Filip Jicha (m.) wechselte 2007 vom TBV Lemgo zum THW Kiel © imago

Berlin-Manager Hanning glaubt gegen Kiel ans Daumendrücken der Konkurrenz. THW-Coach Gislason verweist auf Probleme der Füchse.

München - Die neue Saison hat gerade erst begonnen, da hechelt die Konkurenz schon wieder hinterher.

Während der Kieler THW-Express langsam Fahrt aufnimmt, nehmen sich die Verfolger aus Hamburg und Flensburg die Punkte gegenseitig weg (NACHBERICHT: Diesmal kein Happy End für den HSV).

Nun ruhen die Hoffnungen der gesamten Liga auf Berlin. Die Füchse sind am Sonntag (ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die erste echte Bewährungsprobe für den Deutschen Meister und Triple-Gewinner in dieser Saison.

"Für die Liga wäre ein Sieg von uns natürlich ein Segen", sagte Füchse-Manager Bob Hanning am Donnerstag: "Sicherlich sind alle 16 Vereine in diesem Fall auf unserer Seite."

"Eine realistische Chance"

Bei dem Duell in der Schmeling-Halle am Sonntag geht es um die Spannung in der DKB Handball-Bundesliga.

Rekordmeister Kiel ist national seit dem 4. Mai 2011 (24:30 in Magdeburg) ungeschlagen und hat saisonübergreifend inzwischen 40 Siege in Serie eingefahren.

"Wenn Silvio Heinevetter weltklasse hält und wir in den Gegenstößen besser sind, haben wir eine realistische Chance", sagte Hanning, dessen Team beim 27:27 gegen Melsungen am Mittwoch (Bericht) den ersten Punktverlust hinnehmen musste.

Zwei knappe Niederlagen

Dass ein Erfolg der Berliner durchaus im Bereich des Möglichen liegt, zeigt ein Blick zurück.

Im vergangenen Jahr verloren die Füchse in eigener Halle hauchdünn mit 32:33. Und auch im Halbfinale der Champions League hatten die Berliner den großen Favoriten am Rande einer Niederlage.

Aber, so Hanning, "dran sein und am Ende auch zu gewinnen, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge".

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"Schlagbar sind sie auf jeden Fall"

Und Kreisläufer Evgeni Pevnov zitiert den Füchse-Manager, wenn es um das Duell gegen den THW geht.

"Hanning hat gesagt, jedes zehnte Spiel verliert Kiel gegen uns - mittlerweile sind wir bestimmt schon bei zehn. Es ist jetzt langsam an der Zeit, Kiel zu schlagen", sagte der 23-Jährige bei SPORT1 noch vor wenigen Wochen: "Schlagbar sind sie auf jeden Fall, sonst hätte der THW schon zehn Jahre die weiße Weste an."

Jicha unzufrieden

Die Kieler haderten unterdessen nach dem lockeren 37:26-Erfolg - dem dritten Sieg im dritten Spiel - gegen Aufsteiger GWD Minden mit der eigenen Leistung.

"Es war zu sehen, dass wir noch nicht eingespielt sind", sagte THW-Trainer Alfred Gislason.

Und auch der mit zehn Toren wieder einmal überragende Filip Jicha sieht vor dem Topspiel in Berlin noch reichlich Luft nach oben: "Es war zu sehen, dass wir noch kleinere und auch einige größere Baustellen haben. Aber ich kann verraten, dass wir wirklich sehr hart arbeiten", sagte Jicha.

Laen bleibt die Hoffnung

Die Partie gegen Berlin sieht Gislason als echten "Härtetest".

"Das ist eine Top-Mannschaft, aber auch bei den Füchsen läuft noch nicht alles so flüssig wie im vergangenen Jahr. Wir müssen dort sehr gut spielen, wenn wir gewinnen wollen. Zu viele Fehler dürfen wir uns auch nicht erlauben", sagt Gislason und fügt an:

"Ich hoffe, dass wir bis dahin in der Entwicklung weiter kommen. Dann sind wir nicht chancenlos, aber es gibt vieles, was wir dort besser machen müssen. Natürlich fahren wir nach Berlin, um alles zu geben und zu gewinnen."

Hoffnung hat auch der Berliner Kapitän Torsten Laen: "Hoffentlich können wir danach immer noch ungeschlagen auflaufen."

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