Konstantin Igropulo gewann mit dem FC Barcelona 2011 die Champions League © getty

Die Berliner arbeiten zwar noch an ihrer Feinabstimmung, in Essen ist dennoch ein Sieg Pflicht. "Tino" taut langsam auf.

Von Eric Böhm

München - Ganz rund läuft es bei den Füchsen Berlin noch nicht.

Der Champions-League-Teilnehmer hat in der DKB Handball-Bundesliga zwar nach wie vor eine weiße Weste, überzeugend waren die Auftritte bisher nur phasenweise.

Nach der Energieleistung im zweiten Durchgang gegen Göppingen geht es nun zum traditionsreichen, jedoch punktlosen Aufsteiger TuSEM Essen (ab 17.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

"Wir sind noch nicht so eingespielt wie im letzten Jahr. Das liegt daran, dass wir Tino mehr und mehr integrieren müssen", räumt Rückraum-Ass Sven-Sören Christophersen bei SPORT1 ein.

Eingespieltheit fehlt noch

"Tino" ist der hochkarätige Neuzugang Konstantin Igropulo, der im Sommer aus Barcelona in die Hauptstadt kam.

In der zweiten Hälfte gegen Frisch Auf deutete der russische Halbrechte seine Klasse an und war bei dem furiosen Comeback gemeinsam mit Christophersen der entscheidende Faktor.

Weil neben Igropulo auch Mittelmann Börge Lund (von den Rhein-Neckar Löwen) noch die perfekte Abstimmung mit den Teamkollegen sucht, ist etwas Sand im Berliner Getriebe.

"Das Resultat bestimmen wir"

Bisher meistert der Dritte der vergangenen Saison den Spagat zwischen Findungsphase und vermeintlichen Pflichtsiegen ohne Rückschläge.

Bei den spielerisch limitierten Essenern ist die Marschroute für die Hauptstädter klar.

"Wir sind auf allen Positionen besser besetzt. Das Resultat bestimmen wir", betont Berlins Manager Bob Hanning.

[kaltura id="0_odpw0n0f" class="full_size" title="Dank Sm re Berlin wendet das Blatt"]

Talent wird befördert

Für den Ausflug ins Ruhrgebiet gibt es kurzfristige Verstärkung. Aus Hannings A-Jugend stößt Rückraum-Talent Fabian Wiede zum Team.

Tags zuvor spielt der 18-Jährige mit dem Nachwuchs gegen Rostock. "Fabian wird das Pensum packen", ist sich Hanning sicher.

Essen steigert sich langsam

Die Gastgeber stehen gegen die Füchse vor dem vorläufigen Höhepunkt ihres brutal schweren Saisonstarts.

In Flensburg und gegen Magdeburg setzte es deutliche Niederlagen, beim VfL Gummersbach schrammten sie zuletzt allerdings nur knapp am ersten Punktgewinn vorbei.

"Wir sind inzwischen in der Liga angekommen und konnten uns kontinuierlich steigern. Wir müssen uns weiter verbessern, um die Partie möglichst lange offen halten zu können", bestätigt TuSEM-Trainer Maik Handschke.

Defensive muss zulegen

Wie soll das gegen einen scheinbar übermächtigen Kontrahenten gelingen? Handschkes Rezept basiert auf zwei Säulen.

"Berlin ist hoher Favorit, doch wir wollen mit kämpferischer Abwehr dagegenhalten. Wenn die Unterstützung von den Rängen da ist, dann glauben wir an unsere Chance", sagt der ehemalige Kreisläufer aus Schwerin.

Die Verteidigung muss sich gewaltig steigern, denn TuSEM ließ in drei Partien als einziger Erstligist schon über 100 Gegentreffer zu.

Ausgangslage auf den Kopf gestellt

Die Statistik spricht aufgrund der großen Vergangenheit für die Gastgeber. Sieben der 13 Ligaduelle wurden gewonnen.

Als Essen im Mai 2005 den EHF-Pokal gewann, krebsten die Hauptstädter als Reinickendorfer Füchse noch in der zweiten Liga herum - erst zur folgenden Saison wurde der Name geändert..

Mittlerweile haben sich die Vorzeichen geändert. Die letzten beiden Aufeinandertreffen dominierten 2008 und 2009 die Füchse.

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