Mit dem THW Kiel feierte Fritz vier Deutsche Meisterschaften (2002, 2005-07) © getty

Ende der Laufbahn oder ein unverhofftes neues Angebot? WM-Held Henning Fritz spricht mit SPORT1 über seine Zukunftspläne.

Von Andreas Kloo

München - Eine große Karriere der Toyota HBL neigt sich wohl dem Ende entgegen.

Henning Fritz, der Weltmeister von 2007, beschäftigt sich mehr denn je mit Abschiedsgedanken.

Bei den Rhein-Neckar Löwen war der langjährige Nationaltorhüter in den letzten Jahren ohnehin nur noch die Nummer zwei hinter Slawomir Szmal beziehungsweise Goran Stojanovic.

Sein Vertrag bei den Löwen läuft aus, ein neues Angebot wollte man ihm nicht mehr geben. Nun setzt ihn auch noch ein Kreuzbandanriss schachmatt.

Offenbar Kandidat beim HSV

"Wenn ein gutes Angebot kommt, kann ich mir das überlegen, aber ich muss nicht mehr Handball spielen", sagte der 37-Jährige im Gespräch mit SPORT1 zu seiner aktuellen Situation.

Dieses gute Angebot scheint nun da zu sein.

Laut "Hamburger Morgenpost" ist Fritz ein Kandidat beim HSV Hamburg, immerhin Meister des Jahres 2011 (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle der Toyota HBL).

Er soll dort für Johannes Bitter einspringen, der nach einem im März erlittenen Kreuzbandriss noch länger ausfällt.

"Eine lohnenswerte Sache"

Gegenüber SPORT1 will der gebürtige Magdeburger ein Angebot zwar nicht bestätigen, sagt aber auch: "Solch eine Anfrage wäre eine Ehre und eine lohnenswerte Sache, keine Frage."

Fritz weist aber auch darauf hin, dass er mehrere Anfragen habe.

Fritz will OP vermeiden

Eine entscheidende Rolle bei diesen Angeboten wird seine Fitness sein. Trotz Kreuzbandanriss will er sich nicht operieren lassen.

Eine OP würde definitiv eine mehrmonatige Pause bedeuten. Für Vereine, die Fritz zum Saisonstart Ende August engagieren wollen, wäre er dann nicht mehr interessant.

"Ich kann derzeit nicht trainieren, hoffe aber, dass ich um eine OP herumkomme", erklärt Fritz.

Zunächst müsse er aber weitere Untersuchungen abwarten.

Ab Sommer Junioren-Torwarttrainer

Großen Druck macht er sich aber nicht."Ich mache es davon nicht abhängig und habe das letzte Jahr genutzt, um vom aktiven Handball unabhängig zu sein", stellt Fritz klar.

Ein zweites Standbein hat sich der Torhüter bereits geschaffen. Im Sommer wird Fritz Torwarttrainer der deutschen Junioren-Nationalmannschaft.

An der Seite seines Weltmeisterkollegen von 2007, Christian Schwarzer, wird er die Erfahrung aus 235 Länderspielen an die Nachwuchsspieler weitergeben.

Burn-Out 2006

Einen Augenmerk wird Fritz dabei auch auf die psychologische Komponente der Trainerarbeit legen.

Vor allem eine Methode hat es ihm angetan: die Musiktherapie AVMS.

Mit Hilfe der von Ulrich Konradi entwickelten Therapie arbeitete sich Fritz 2006 aus einem physischen und psychischen Loch, das er heute eindeutig als klassischen Burn-Out bezeichnet.

Zur Heim-WM 2007 war er wieder topfit. So fit, dass er das DHB-Team mit seinen Paraden zum Titel führte.

Weiterbildung in Musiktherapie

Nun will er sich auf diesem Feld weiterbilden, um seine positiven Erfahrungen an andere weiterzugeben: "Hier gibt es ständig neue Entwicklungen, das ist ein spannender Bereich."

Im Sport wird die Musiktherapie immer häufiger angewandt. Die österreichischen Skispringer vertrauen auf diese Methode seit Jahren.

Auch die deutsche Biathletin Tina Bachmann schwört darauf.

Der Körper wird dabei durch die Musik für bestimmte Bewegungsabläufe sensibilisiert, damit der Sportler diese auch in Stresssituationen abrufen kann.

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