Der THW Kiel gewann bisher drei Mal die Champions League © getty

Klaus Elwardt spricht bei SPORT1 über die Erfolge des THW. Ihm ist vor der Zeit ohne Andersson, Omeyer und Ahlm nicht bange.

Von Felix Götz

München - Meisterschaft, Pokal und als Krönung der Sieg in der Champions League: Der THW Kiel hat die wohl beste Saison seiner ruhmreichen Vereinsgeschichte hingelegt (EINWURF: Die Besten aller Zeiten).

Zwar holten die "Zebras" auch schon 2007 das Triple, von der Dominanz her war diese Spielzeit aber noch unglaublicher.

"Was hier passiert, ist einmalig", sagte Klaus Elwardt im Gespräch mit SPORT1: "Ich kann es kaum in Worte fassen. Es geht nicht besser, ein perfektes Jahr."

"Man darf bei allem Erfolg aber nicht vergessen, dass alles zusammengepasst hat. Vor allem sind wir von größeren Verletzungen verschont geblieben", so der THW-Geschäftsführer weiter.

"Die Saison seines Lebens"

Wie aber geht es nun an der Förde weiter? Mit Kim Andersson wechselt ausgerechnet der Spieler nach Kopenhagen, den einige Experten für den Schlüssel zu den Kieler Erfolgen halten (EXKLUSIV: Kim Andersson im SPORT1-Interview).

"Er ist jetzt sieben Jahre in Kiel. Es gibt immer Höhen und Tiefen. Momentan hat er ein Hoch, er spielt die Saison seines Lebens. Aber es gab Zeiten, als er manchmal verletzt war und alle gesagt haben: 'Verkauft ihn rechtzeitig, dass ihr wenigstens noch etwas für ihn bekommt'", erklärte Elwardt.

Der 56-Jährige hält nichts davon, einen einzigen Spieler für den Erfolg oder Misserfolg eines Vereins verantwortlich zu machen.

Große Namen werden ersetzt

Schließlich sei es in Kiel doch schon oft so gewesen, dass große Namen ersetzt werden mussten.

"Denken sie an Staffan Olsson, Magnus Wislander, Stefan Lövgren oder Nikola Karabtic", zählt Elwardt auf: "Oft hieß es: Jetzt bricht Kiel zusammen. Das war aber nie der Fall."

So werde es auch bei Andersson sein, ist sich der Mann, der selbst von 1975 bis 1984 für den THW auflief, sicher: "Wir sind momentan vielleicht die beste Adresse im Handball. Wir finden deshalb auch meistens Lösungen."

Im Fall von Andersson setzen die Norddeutschen vor allem auf Marko Vujin, der vom ungarischen Spitzenklub Veszprem kommt und einen Vertrag bis 2015 besitzt.

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Veränderungen sind wichtig

Veränderungen in einem Team, das eine so erfolgreiche Spielzeit hinter sich hat, sind wichtig. Es geht darum, frisches Blut in die Truppe zu pumpen.

"Wir werden jetzt nach und nach wieder eine Mannschaft formen. Die Mannschaft, die jetzt diesen großen Erfolg errungen hat, die haben wir ja nicht vor der Saison so hingestellt. Die wurde immer wieder ergänzt und ist zusammengewachsen", so Elwardt.

Das wird nach der Saison 2012/2013 umso intensiver passieren müssen. Dann werden nämlich mit Kapitän und Kreisläufer Marcus Ahlm und Keeper Thierry Omeyer zwei weitere THW-Helden den Klub verlassen.

Ahlm soll Wiencek einlernen

"Ahlm wollte eigentlich nach dieser Saison schon aufhören", sagte Elwardt: "Er bleibt nur noch ein Jahr, weil wir ihn darum gebeten haben."

Der 33-jährige Schwede wird Patrick Wiencek quasi einlernen. Der Gummersbacher soll mit Rene Toft Hansen, der aus Kopenhagen kommt, in Zukunft am Kreis spielen. Milutin Dragicevic spielt keine Rolle.

"Unsere Jungs wollen immer gewinnen, deshalb sind wir so erfolgreich. Und das müssen die Neuen verinnerlichen. Deshalb haben wir ganz bewusst so viele Kreisläufer. Es kann nicht schaden, wenn Patrick von Marcus lernt", erläuterte Elwardt.

Sjöstrand oder ein anderer Keeper?

Bei Omeyer gab es Gerüchte, dass er beim Triple-Gewinn sogar schon in diesem Sommer nach Montpellier wechseln könnte.

"Er bleibt definitiv noch ein Jahr bei uns", stellte Elwardt klar.

Die Nachfolge soll der Schwede Johan Sjöstrand antreten, der beim FC Barcelona zwischen den Pfosten steht.

Der THW-Boss hält sich bedeckt: "Das ist ein Thema, aber es gibt mehrere gute Torhüter. Wir haben möglicherweise auch noch einen anderen Namen auf dem Zettel."

Rechtsaußen dünn besetzt

Sehr dünn besetzt ist der THW auf Rechtsaußen, wo Christian Sprenger alleine die ganze Last tragen muss.

Hier könnte personell nachgelegt werden. Elwardt: "In Kiel kann immer was passieren."

Denn schließlich soll die Erfolgsgeschichte weitergehen. Auch wenn Elwardt die Erwartungen für die neue Saison nach unten schraubt:

"Die Jungs gehen jetzt ohne Pause zu Olympia. Am 15. August sind dann alle wieder in Kiel. Am 25. August steigt das erste Spiel. Wir haben also nur zehn Tage zur Vorbereitung. Also kann die Erwartungshaltung gar nicht so groß sein. Niemand kann erwarten, dass wir erneut so eine Saison hinlegen."

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