TuSEM Essen ist neben Minden der zweite Aufsteiger in die Toyota HBL © imago

Dreieinhalb Jahre nach Insolvenz und Zwangsabstieg ist TuSEM Essen zurück und scheint aus seinen Fehlern gelernt zu haben.

München - "Nie mehr zweite Liga!" tönte es immer und immer wieder aus einem Irish Pub in der Essener Innenstadt:

Feucht, fröhlich und mit lauten Jubelgesängen feierten die Handballer des TuSEM Essen die Rückkehr in die Toyota HBL.

Wenige Stunden zuvor hatte der ThSV Eisenach in Rostock verloren (22:29) und so die Sensation aus Essener Sicht perfekt gemacht (DATENCENTER: 2. Bundesliga).

Gewissermaßen auf der Couch kehrte Essen in die stärkste Liga der Welt zurück, der TuSEM ist wieder da, dreieinhalb Jahre nach Insolvenz und Zwangsabstieg.

Erste Gegner bereits auf SPORT1 "gescoutet"

"Ich kann das alles noch gar nicht realisieren und werde wohl noch eine Zeit brauchen. Ich bin einfach nur stolz", sagte Trainer Maik Handschke.

Handschke hatte das Geschehen in Rostock im Live-Ticker verfolgt, parallel lief auf SPORT1 das Endspiel des Lufthansa Final Four zwischen Kiel und Flensburg.

"Ich habe schon mal die nächsten Gegner beobachtet", flachste Handschke. Den Aufstieg begossen der 45-jährige und Filius Felix zunächst zu Hause mit zwei Flaschen Sekt.

Party bis zum Morgengrauen

Danach ging es zur Mannschaft, die Feierlichkeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden.

Handschke ist der Baumeister des Essener Erfolgs: 2010 übernahm der Ex-Profi die Mannschaft und hauchte ihr neues Leben ein. Die junge Truppe begeistert mit Leidenschaft, ist hungrig nach Erfolg.

"Dieses Team hat einen tollen Charakter. Dass wir uns in diesem Jahr schon mit dem Aufstieg belohnen, war nicht zu erwarten", sagte Handschke und betonte: "Wir werden diesen Weg auch in der ersten Liga weitergehen."

Der TuSEM hat aus der Vergangenheit gelernt

Teure Stars wie zu Beginn des neuen Jahrtausends wird es in Essen nicht mehr geben. Die Insolvenzen 2006 und 2008 haben beim einstigen Krösus des deutschen Handballs Spuren hinterlassen.

In der Saison 2005/2006 hatte das Team von der Margarethenhöhe nach 26 Jahren in der ersten Liga keine Lizenz mehr erhalten und war als EHF-Cup-Sieger in die Regionalliga abgestiegen.

Essen findet bei den Fans Anklang

"Der TuSEM hat daraus gelernt, wir setzen weiter auf deutsche Spieler, die wir weiterentwickeln", erklärte Handschke. Finanzielle Abenteuer sind passe.

Die Zukunft des dreimaligen deutschen Meisters sieht durchaus nicht schlecht aus.

Der Zuschauerschnitt ist in dieser Saison auf über 2000 Besucher gestiegen, die Fans identifizieren sich wieder mit der Mannschaft.

Die Herausforderung und das Abenteuer Bundesliga werden alle Beteiligten noch mehr zusammenschweißen. 26 Jahre nach dem ersten Meistertitel wollen die Essener nach den glorreichen 80er- und 90er-Jahren in eine neue erfolgreiche Ära starten.

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