Marcus ahlm wechselte 2003 von IFK Ystad HK in Schweden zum THW Kiel © imago

Nach der Meisterfeier spricht THW-Kapitän Marcus Ahlm über die Bedeutung des Titels und die nächste Aufgabe gegen den HSV.

Von Annette Bachert

München - Es ist seine neunte Saison beim THW Kiel, sein siebter Deutscher Meistertitel - und dennoch war der Jubel so groß wie am ersten Tag.

Auch gut zwölf Stunden nach dem Titelgewinn (Bericht, Video u. 552640 Diashow ) ist Kiels Kapitän Marcus Ahlm einerseits noch überdreht, lacht viel und zeigt sich andererseits schon wieder sehr professionell.

"Wir haben, so wie es sein soll, auch richtig gefeiert", verrät der Schwede im SPORT1-Interview: "Aber ab heute liegt die volle Konzentration auf dem Final Four in Hamburg."

Der 33-Jährige spricht bei SPORT1 über die Titel-Feier, die Bedeutung, die Schale wieder nach Kiel geholt zu haben und die womöglich beste THW-Mannschaft aller Zeiten.

SPORT1: Herr Ahlm, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. Wie haben Sie den gestrigen Abend verbracht? Wie kurz war die Nacht?

Ahlm: Wir haben natürlich kurz nach dem Spiel mit den Fans in der Halle gefeiert. Und danach haben wir uns ein paar - also wir haben uns etwas zu trinken gegönnt. Es ist einfach eine Riesen-Sache für uns die Meisterschaft zu gewinnen. Es ist etwas, dass über eine lange Zeit geht, man muss immer wieder gut spielen, gewinnen und darum ist das eine Riesen-Sache für uns - und das haben wir schon gefeiert.

SPORT1: Aber doch nicht nur mit Wasser?

Ahlm: Nein, es gab nicht nur Wasser. Wir haben, so wie es sein soll, auch richtig gefeiert. Details werden nicht verraten.

SPORT1: Dass der THW den Titel gewinnt, war spätestens seit dem Sieg gegen Hamburg klar. Wie groß ist dennoch die Freude, dass die Schale jetzt wieder in Kiel ist?

Ahlm: Wir sind einfach froh, dass wir die Meisterschaft gewonnen haben. Natürlich waren wir letztes Jahr enttäuscht, dass wir nicht gewinnen konnten. Die Bundesliga war einfach eine Enttäuschung. Dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, es besser zu machen und das hat super geklappt. Ich denke, es gibt viele Sachen, die so eine Meisterschaft ausmachen. Wir haben gut und konzentriert gearbeitet, und auswärts auch immer wieder die Punkte geholt, die so wichtig sind. Und wir haben mit Konstanz gespielt.

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SPORT1: Es ist bereits Ihre siebte Deutsche Meisterschaft mit dem THW. Welche bedeutet Ihnen am meisten?

Ahlm: Ich weiß es nicht. Die letzte ist immer super schön. Sonst ist es ziemlich schwer, das einzustufen, welche besser ist oder war. Es ist einfach ein Super-Gefühl, eine Meisterschaft zu gewinnen. Ich freue mich einfach.

SPORT1: Viele sagen, die Mannschaft ist die beste, die je das THW-Trikot getragen hat. Sehen Sie das auch so?

Ahlm: Das müssen wir nach der Saison sehen, ob das so ist. Ich denke, die Ergebnisse werden zeigen, ob wir nun die beste Mannschaft sind oder nicht. Das ist auf jeden Fall eine tolle Mannschaft mit tollen Spielern. Nach der Saison können wir gerne noch einmal auf die Frage zurückkommen.

SPORT1: Filip Jicha hat gesagt, das Erfolgsgeheimnis ist auch, dass die Mannschaft "ein Haufen Freunde" ist. Stimmen Sie dem zu?

Ahlm: Ja, das stimmt. Natürlich ist es wichtig, dass wir alle viel Spaß zusammen haben. Wir sind alle erfolgshungrig und verstehen uns gut. Wir versuchen uns immer zu verbessern, das weiß jeder, das versteht jeder. Dann weiß jeder, was zu tun ist, um eine Aufgabe zu bewältigen. Und das ist ein Vorteil, das stimmt (NACHBERICHT: Gislason verschiebt Meistertanz).

SPORT1: Wie schwer fällt es Ihnen, sich nach diesem Sieg heute schon wieder voll auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren?

Ahlm: Damit haben wir keine Probleme. Ab heute liegt die volle Konzentration auf dem Final Four in Hamburg und wir haben auch keine Probleme damit, den Fokus zu behalten. Gestern war es schön, aber das ist im Handball nun einmal so, dass es gleich weiter geht. Wir kennen das (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

SPORT1: Einmal haben Sie in dieser Spielzeit bereits gegen den HSV gewonnen. Wie optimistisch sind Sie, dass das auch am Samstag im Halbfinale klappt?

Ahlm: Wir nehmen uns vor, auch in Hamburg etwas zu schaffen. Wir werden uns gut vorbereiten und wissen, dass wir einen superstarken Gegner haben und super spielen müssen, um das Spiel zu gewinnen. Der HSV ist ein starker Gegner. Wenn die Leistung nicht stimmt, verliert man das Spiel. Aber wir gehen so in die Partie, dass wir sie auch gewinnen wollen. Das ist ganz klar.

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