Alexander Petersson (l.) wechselte 2010 von der SG Flensburg-Handewitt zu den Füchsen © imago

Im Löwen-Duell braucht der Noch-Fuchs eigentlich eine Niederlage, will er auch nächste Saison in der Königsklasse spielen.

Von Annette Bachert

München - Die Chance ist minimal, die Hoffnungen groß und ein Heimsieg Pflicht:

Wenn die Rhein-Neckar Löwen die Füchse aus Berlin empfangen (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), ist das die wohl letzte Möglichkeit, sich Tabellenplatz vier zu nähern und damit in der kommenden Saison in der Champions League zu spielen.

Mit 42:16 Punkten stehen die Mannheimer derzeit nur auf Rang fünf der Toyota-HBL-Tabelle, drei Zähler hinter dem HSV Hamburg (Partie gegen Melsungen ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), der allerdings ein Spiel weniger auf dem Konto hat, und vier Zähler hinter Berlin.

"Im Moment sieht es schlecht aus"

"Da wir das ganz aus eigener Kraft nicht mehr schaffen können, ist es vielleicht noch ein bisschen weiter weg. Wir müssen unsere Aufgaben machen und sehen dann, ob es langt", erklärt Löwen-Topscorer Uwe Gensheimer bei SPORT1.

Doch ganz realistisch gesehen, hat auch "Gensel" nicht mehr den festen Glauben: "Im Moment sieht es da natürlich etwas schlecht aus, da hat die Konkurrenz bessere Aussichten. Es wäre sehr schade, aber dann haben wir es uns auch selbst zuzuschreiben, durch die Niederlagen, die wir hinnehmen mussten in der Bundesliga-Saison."

Füchse wieder fit?

Doch abgesehen von der Tabellensituation stehen die Chancen für die Mannheimer gar nicht so schlecht.

Denn die Füchse, die erst am Sonntag mit einem unglaublichen Kraftakt gegen Ademar Leon den Einzug ins Champions-League-Halbfinale schafften (Bericht), dürften noch mit den Nachwirkungen dieses historischen Erfolges zu kämpfen haben.

Hanning ahnunglos

Manager Bob Hanning erklärte im "Berliner Kurier": "Ehrlich gesagt, ist der Herkules-Sieg in der Champions League schlecht für die Bundesliga. Der Triumph gegen Leon hat körperlich und mental unglaublich viel Substanz gekostet."

"Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wie das funktionieren soll", sagt Hanning auch in der "Berliner Morgenpost".

"Haben die Wassermelone probiert"

Dennoch werden sich die Füchse nicht einfach geschlagen geben, denn auch sie wollen in der kommenden Saison unbedingt wieder in der Königsklasse auflaufen (DATENCENTER: Die Toyota HBL).

"Wir haben die Wassermelone probiert. Und sie schmeckt sehr süß", bemüht Spielmacher Iker Romero einen fruchtigen Vergleich.

Ganz pragmatisch formuliert es dagegen Sven-Sören Christophersen: "Natürlich wissen wir, wie schwer das wird. Aber wir wollen die Chance ergreifen, uns wieder direkt für die Champions League zu qualifizieren."

Für Petersson zählt nur Berlin

Den schwierigsten Part spielt nun wohl Berlins Rückraum-Shooter Alexander Petersson. Denn der 33-Jährige, der gegen Leon mit neun Treffern bester Schütze war, wechselt im Sommer nach Mannheim.

"Das ist eine komische Situation. Ich kann dafür sorgen, dass ich nächstes Jahr nicht Champions League spiele. Aber es zählt für mich nur Berlin, alles andere ist egal", sagt der isländische Nationalspieler.

Und weiter: "Trainer Dagur Sigurdsson hat noch nicht mit mir gesprochen. Das braucht er auch nicht - ich bin ein Fuchs!"

Sieg eine Kraftfrage?

Sorgen macht sich der Coach Sigurdsson also nicht um Peterssons Einstellung, um die Fitness seines Teams dagegen sehr.

"Die Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen wird physisch und psychisch extrem schwer für uns. Wir müssen hochkonzentriert sein und wollen unsere Chance natürlich nutzen", erklärt Sigurdsson vor der Partie.

Und auch der künftige "Löwe" Petersson schlägt in die gleiche Kerbe: "Mental und körperlich war Leon heftig. Die erste Halbzeit wird gut laufen, die zweite könnte zur Kraftfrage werden..."

Rehabilitation der Löwen

Daran denkt Sigurdsson Gegenüber Gudmundur Gudmundsson nicht.

"Das ist eine sehr gute und eingespielte Mannschaft, die jetzt im zweiten Jahr mit fast der gleichen Besetzung spielt. Wir haben in Berlin eines unserer schwächsten Spiele gemacht und wollen uns deshalb rehabilitieren", verspricht Gudmundsson.

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