Bernhard Bauer ist Ehrenpräsident des Handballverbandes Württemberg © imago

Der DHB-Präsident spricht bei SPORT1 über seinen Vize Hanning und Brands Kompetenzen. Heuberger nimmt er in die Pflicht.

Von Dennis Baier

München - Das neue Präsidium des Deutschen Handball-Bundes ist erst seit wenigen Tagen im Amt, schon beginnt ein gewisses Kompetenzgerangel.

Manager Heiner Brand schloss am Montag kategorisch aus, dass der neue Vizepräsident Bob Hanning als sein unmittelbarer Vorgesetzter fungieren werde (Bericht).

"Das wird mit Sicherheit jetzt nicht so sein, denn er war mein Co-Trainer", erklärte Brand dem Magazin "Handball Time".

Verbands-Oberhaupt Bernhard Bauer sieht das allerdings ein wenig anders, für ihn ist klar, "wer welche Verantwortung hat", wie er SPORT1 erklärte: "Das ist Bob Hanning als Vizepräsident Sport."

Im SPORT1-Interview spricht der 62 Jahre alte DHB-Präsident zudem über die Person Hanning, die speziellen Aufgaben von Brand, Bundestrainer Martin Heuberger und mögliche Konsequenzen.

SPORT1: Herr Bauer, Sie sind seit etwas mehr als einer Woche an der DHB-Spitze. Böse Zungen sagen, es ist vollkommen egal unter welchem Präsidenten der Vize Bob Hanning agiert. Was sagen Sie dazu?

Bernhard Bauer: Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht unter oder über jemandem arbeite, sondern nur miteinander. Das gilt auch für Bob Hanning. Es ist gut, dass Bob Ideen hat und neue Wege geht, aber wir sind ein Team, das muss auch er lernen - und ich glaube er wird es.

SPORT1: Muss Hanning sich umstellen im Vergleich zu seiner Rolle bei den Füchsen Berlin?

Bauer: Natürlich geht es im Verein manchmal schneller und man hat einen, der sagt, wo es lang geht. Im Verband ist es auch wichtig, andere einzubeziehen. Das werden wir schaffen, da bin ich mir ziemlich sicher.

SPORT1: Auf allen Straßen der Republik kennen die Leute Heiner Brand, Stefan Kretzschmar und Pascal Hens. Was wird aus Heiner Brand? Er ist momentan der Sportmanager. Was erwarten Sie von ihm? Eigentlich haben Sie gesagt, "der Heiner wäre der beste Präsident".

Bauer: Heiner Brand ist für mich das Aushängeschild. Er hat auch einen Vertrag bis 2015 beim DHB und ich habe mit Heiner auch schon einige Gespräche geführt. Es muss klar sein, wer welche (die sportliche, Anm. d.Red.) Verantwortung hat. Das ist Bob Hanning als Vizepräsident Sport. Aber wir brauchen Heiner, zum Beispiel im internationalen Bereich. Das wird ein Schwerpunkt für ihn sein. Wir brauchen ihn auch im Marketing-Bereich, wir brauchen ihn bei der Eliteförderung und vor allem auch, wenn wir Kinder und Jugendliche für den Handball begeistern wollen. Wir brauchen Heiner auch mit seinen Kontakten zum DOSB. Er ist für uns wichtig, ohne Heiner Brand können wir manches nicht schultern, das wir schultern wollen.

SPORT1: Brand reibt sich immer wieder an den deutschen Vereinen. Was erwarten Sie als DHB-Boss von den Spitzenklubs?

Bauer: Auch in den Spitzenvereinen muss alles für unser gemeinsames Ziel getan werden, dass die deutschen Spieler an das Weltniveau herankommen. Was gibt es in diesem Sinne besseres, als Spielzeiten zu bekommen, möglicherweise Zusatztraining, individuelles Training und Athletik-Training? Da muss der Vereinsverantwortliche, der Manager und auch der Trainer ein Interesse daran haben. Am Ende fällt der Erfolg der Nationalmannschaft auch auf den Verein zurück, in dem die Nationalspieler sind.

SPORT1: Inwiefern wollen Sie sich als DHB-Präsident mit Ihrem Team an den Erfolgen der Nationalmannschaft messen lassen?

Bauer: Wir müssen erreichen, dass bei der Nationalmannschaft der Erfolg für jeden sichtbar wird, dass wir unter den besten Mannschaften der Welt sind. Das gilt schon am liebsten für 2015 bei der WM, der erste Schritt ist die Qualifikation für die WM. Das ist für mich essenziell für den Handball. Wir müssen auch 2016 bei Olympia dabei sein. Dann muss man sehen, dass wir Fortschritte machen.

SPORT1: Martin Heuberger ist Cheftrainer der A-Nationalmannschaft. Wann muss er mit Konsequenzen rechnen, wenn die Erfolge nicht sichtbar werden?

Bauer: Ich glaube, wir müssen bei allem mit Überlegung und mit Klugheit reagieren. Zunächst einmal hat Martin Heuberger unser Vertrauen, weil er eine nicht ganz leichte Situation vorgefunden hat. Für mich ist wirklich entscheidend, dass wir die Qualifikation 2015 schaffen. Das ist ein Markstein, an dem man sich dann natürlich auch orientieren muss. Und wenn wir das nicht schaffen, müssen wir auch über Konsequenzen nachdenken.

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