SPORT1-Kolumnist Kretzschmar glaubt, dass Kiel für die SG nicht mehr einzuholen ist. Hannover sieht er auf den Spuren von 96.

Hallo Handball-Fans,

die Niederlage gegen Hannover-Burgdorf ist für die Flensburger bitter und richtungsweisend im Kampf um die Meisterschaft.

Die SG hat nun bereits acht Minuspunkte und ich glaube nicht, dass Kiel so viele Zähler abgeben wird. Ich lege mich fest: Flensburg kann die Meisterschaft abhaken.

Gegen Magdeburg müssen die Flensburger nun gewinnen, sonst droht Krisenstimmung aufzukommen. Schon verrückt, wie schnell das geht. Da macht die SG gegen die Füchse ihr vielleicht bestes Spiel in den vergangenen fünf Jahren und ein paar Wochen später sieht es so aus.

Man muss aber auch Hannover loben. Die machen das insgesamt richtig gut und sind stark aufgestellt. Sie machen viel aus relativ wenig und haben das Potenzial, das Hannover 96 der DKB Handball-Bundesliga zu werden.

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Weiterhin beeindruckend spielen die Rhein-Neckar Löwen. Wenn es in dieser Saison eine Mannschaft gibt, die dem THW gefährlich werden kann, dann sind es die Löwen. Sie haben das Zeug dazu.

Ich hoffe es auch, dass die Löwen dem THW Paroli bieten. Denn wir alle wollen doch möglichst lange einen spannenden Kampf um den Titel haben.

Nun bekommen sie es mit den Füchsen zu tun - ein weiterer Härtetest. Den Berlinern muss man immer zutrauen, dass sie sich in so einer Partie dem Gegner anpassen und dementsprechend stark spielen.

Qualitativ befinden sich beide Teams auf Augenhöhe. Auch wenn wir noch nicht die Füchse aus der Vorsaison sehen. Das wäre auch vermessen. Der Abgang von Alexander Petersson wiegt da doch sehr schwer.

Beeindruckt hat mich Wetzlars Sieg in Göppingen. Generell ist die HSG in der bisherigen Saison ganz, ganz stark. Sie überraschen wie die schon erwähnten Löwen und Hannover positiv.

Das bedeutet zwangsläufig, dass es auch negative Überraschungen gibt. Und dazu gehört bislang Göppingen. Sie haben einige Punkte liegengelassen, wo ich es nicht erwartet hätte.

Außerdem hätte ich Frisch Auf vom Kader her weiter vorne erwartet. Aber man sieht: Wenn Pavel Horak und Momir Rnic nicht dabei sind, dann wird es schwer.

Beim Blick in den Tabellenkeller muss ich Neuhausen ein Kompliment machen. Was die mit ihrem kleinen Etat machen - Hut ab! Das war vor der Saison nicht zu erwarten.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 39, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

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