Rechtsaußen Arnulf Meffle telefoniert während der WM 1978 in Odense © imago

Der Weggefährte von Heiner Brand geht im Kampf gegen den Blutkrebs offensiv an. Die Champions von 1978 schmieden Bündnisse.

München - Die Sportwelt bereitete sich auf Olympia in London vor, da traf Arnulf Meffle (54) der zweite schlimme Schock: Die drei Jahre zuvor diagnostizierte Leukämie-Erkrankung war außer Kontrolle geraten, nachdem sie längst im Griff schien.

Nun sucht der Weltmeister von 1978 mit Hilfe der Handballfamilie und der deutschen Bevölkerung dringend Stammzellenspender.

Er will den Blutkrebs ähnlich besiegen wie der frühere Trampolinturner Manfred Schwedler nach dem Spendenaufruf 2006. Der Vize-Weltmeister von VT Rinten gilt als geheilt und ist wieder mit der Trampolin-Show "Flying Bananas" unterwegs.

"Es wird sich umeinander gekümmert"

Arnulf Meffle, Vater dreier erwachsener Kinder, musste inzwischen seine Tätigkeit als Realschullehrer beenden und in den Vorruhestand gehen.

Mit seiner Erkrankung geht der 71-malige Nationalspieler offensiv um. "Mir hat es sehr geholfen, dass sich meine ehemaligen Mannschaftskameraden immer wieder bei mir gemeldet haben. Wir waren damals nicht nur eine Interessengemeinschaft, es wird sich umeinander gekümmert", so Meffle.

Meffles damalige Weltmeistermannschaft, die DKB Handball-Bundesliga und die Stiftung Deutsche Sporthilfe starten zusammen mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) vom 2. bis 16. Dezember die Aktion "Handballer für Handballer".

Appell von Heiner Brand

Verbunden damit ist der deutschlandweite Aufruf, sich in der weltweit größten Datei registrieren zu lassen, um Arnulf Meffle und anderen an Blutkrebs erkrankten Patienten eine Überlebenschance zu geben.

Der Klub der Sporthilfe-Athleten, emadeus, dem Arnulf Meffle als ehemals geförderter Athlet angehört, appelliert an seine rund 1500 Mitglieder.

"Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der DKMS und hoffen, möglichst viele Menschen auf deren lebenswichtige Arbeit aufmerksam zu machen. Es wäre schön, viele neue potenzielle Stammzellenspender zu gewinnen", so Heiner Brand, der langjährige Bundestrainer und heutige Sportmanager in Diensten des Deutschen Handballbundes (DHB).

Für jeden Fünften kein geeigneter Spender

Zum Auftakt der Aktionswochen "Handballer für Handballer" werden am 28. November in Ottersweier, dem Heimatort von Arnulf Meffle, Spiele zwischen den DHB-Traditionsmannschaften und Auswahlteams aus dem südbadischen Raum stattfinden.

Der Erlös dieser Veranstaltung wird der DKMS gespendet, denn jede einzelne Typisierung kostet diese 50 Euro. Alles wird nur über Spendengelder finanziert.

Die Chancen, den geeigneten Spender zu finden, sind zuweilen gering. Die DKMS vermittelt als weltweit größte Datei täglich zwar mindestens zwölf Stammzellenspender, trotzdem findet sich für jeden fünften Patienten kein geeigneter "genetischer Zwilling".

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