Marcus Ahlm (M.) gewann seit 2005 sieben Meisterschaften mit dem THW Kiel © getty

Der THW kassiert nach langer Zeit wieder eine Niederlage. Das Endspiel der Klub-WM gegen Atletico haken die "Zebras" schnell ab.

Doha/München - Am Ende gewinnt immer der THW Kiel. 328 Tage war dieser Satz ein ungeschriebenes Gesetz im Handball.

Rund elf Monate hatte die Übermannschaft kein Pflichtspiel mehr verloren und war in dieser Zeit zur deutschen Meisterschaft, dem Pokalsieg und zum Champions-League-Triumph gestürmt. Eine Fabelserie, die nun gerissen ist:

Im Finale der Klub-WM in Doha/Katar unterlag Kiel dem Dauerrivalen Atletico Madrid mit 23:28 (Spielbericht). Frust kam nach der ersten Niederlage seit dem 9. Oktober 2011 dennoch nicht auf.

"Madrid hat den Sieg verdient, weil sie einfach die bessere Mannschaft war", sagte Erfolgstrainer Alfred Gislason.

Starke Belastung

Fünf Spiele in sechs Tagen hatte sein Team in der Wüste absolviert, das Turnier zum Saisonstart der DKB Handball-Bundesliga war eher eine Belastung als ein motivierender Höhepunkt.

Trotz der durchaus attraktiven Prämien - Kiel kassierte rund 160.000 Euro - nutzte Gislason den Wettbewerb vor allem zu Trainingszwecken und feilte an der Taktik.

Dass die Titelverteidigung beim "Super Globe" ausblieb, schmerzte daher wenig.

THW geht die Puste aus

Mit dem Gesamtauftritt seiner Mannschaft konnte Gislason dabei zufrieden sein, auch wenn die zweite Halbzeit im Spiel gegen Madrid dem Isländer missfiel.

"Ich war nicht zufrieden, wir haben zu viele Chancen ausgelassen", sagte Gislason, der diese Einschätzung mit Kreisläufer Patrick Wiencek teilte: "Nach der Pause haben wir immer mehr nachgelassen. Wir haben verdient verloren."

Die Partie der beiden besten Mannschaften Europas war lange Zeit ausgeglichen. Mitte der zweiten Halbzeit zog Madrid aber auf 26:19 (49.) davon, danach konnte die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason nicht mehr zurückschlagen.

Halbfinale hat Nachspiel

Atletico (früher Ciudad Real) hatte im Endspiel auf Jakov Gojun verzichten müssen.

Der Kroate war nach seiner Roten Karte im Halbfinale gegen die mit zahlreichen Spielern aus Montpellier verstärkten Lokalmatadoren von Al-Sadd Doha (33:32) gesperrt worden.

In der Schlussphase der hitzigen Partie waren Spieler beider Teams auf das Feld gestürmt, das Spiel musste minutenlang unterbrochen werden.

Al-Sadd wird Dritter

Gastgeber Al-Sadd sicherte sich Platz drei durch ein 32:26 (16:11) gegen Kiels unterlegenen Halbfinalgegner El Zamalek aus Ägypten.

Nach dem Ausflug in die Wüste beginnt für den THW am kommenden Mittwoch mit dem Gastspiel beim TSV Hannover-Burgdorf wieder der Liga-Alltag. Gegen den Start einer neuen Serie hätte in Kiel wohl niemand etwas einzuwenden.

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