Caroline Masson (2.v.r.) gewann auf der LET-Tour 2012 die South African Women's Open © getty

Die Debütantin gewinnt mit ihren Mitstreiterinnen erstmals auf amerikanischem Boden das Pendant zum Ryder Cup.

Paker/München - Für Profigolferin Caroline Masson endete eine traumhafte Woche im totalen Glück:

Die Debütantin aus Gladbeck feierte mit Europas Frauen beim Solheim Cup gleich einen doppelt historischen Erfolg.

Die Titelverteidigerinnen setzten sich beim Pendant zum Ryder Cup der Männer gegen Gastgeber USA mit dem Rekord-Ergebnis von 18:10 Punkten durch und machten damit den ersten europäischen Triumph auf amerikanischem Boden perfekt.

Eine Hammerwoche

"Es war Wahnsinn und eine Hammerwoche hier. Ich habe es wahnsinnig genossen, in dieser Mannschaft zu spielen", sagte die 24-Jährige, die damit die deutsche Erfolgsserie bei den Kontinental-Wettkämpfen fortsetzte.

2010 und 2012 war jeweils Martin Kaymer bei den europäischen Ryder-Cup-Erfolgen dabei, 2011 triumphierte die Düsseldorferin Sandra Gal als Massons Vorgängerin im Solheim Cup.

Niederlage am Schlusstag

Caroline Masson musste sich in ihrem letzten Match zwar deutlich mit 4 und 3 Lexi Thompson geschlagen geben, kam aber an den drei Tagen vor der gewaltigen Kulisse von insgesamt 110.000 Zuschauern auf gute 2,5 Punkte aus vier Spielen.

Der erste Auftritt im europäischen Team hat ihr Appetit auf mehr gemacht: "Nach dem Sieg will ich in zwei Jahren unbedingt dabei sein, wenn der Solheim Cup in Deutschland in St. Leon-Rot gespielt wird, und den Cup zu Hause verteidigen!"

Hedwall unbesiegbar

Für die Entscheidung am Schlusstag in Parker/Colorado sorgte im fünften von zwölf Einzeln die an allen drei Tagen unbesiegte Caroline Hedwall.

Die Schwedin gewann auch das spannende Duell gegen Michelle Wie mit 1 auf und holte damit das Maximum von fünf Punkten. "Ich habe vor dem letzten Putt echt gezittert. Aber ich habe eingelocht, das ist das Entscheidende", sagte Hedwall.

Höchster Sieg der Geschichte

Hedblom ließ sich auch nicht von einer Gewitterunterbrechung aus dem Rhythmus bringen. Für rund eine Stunde wurden die acht noch laufenden Duelle rund 25 Kilometer südöstlich von Denver gestoppt.

13:7 lautete der Spielstand zu diesem Zeitpunkt. Ein Debakel für die USA. US-Teamkapitänin Meg Malon bekannte: "Wir haben einen richtigen Arschtritt bekommen. Das bricht einem das Herz."

Die bislang höchsten Ergebnisse im Solheim Cup überhaupt waren ein 17,5:10,5 der Europäer 2003 in Schweden und ein 11,5:4,5 der USA 1990.

17-Jährige trumpft auf

Die größte Überraschung gelang der Engländerin Charlie Hull, die von Teamchefin Liselotte Neumann per Wildcard nominiert wurde.

Die 17-Jährige, nur die Nummer 147 der Weltrangliste, deklassierte die favorisierte US-Amerikanerin Paula Creamer (Nr. 11) mit 5 und 4 und meinte zu ihrem coolen Auftritt:

"Ich war überhaupt nicht nervös, weil ich Golf immer gleich sehe: Mein Leben steht nicht auf dem Spiel, wenn mir ein Schlag misslingt. Es geht darum den Ball zu schlagen, ihn zu finden und den nächsten Schlag zu machen."

Vierte Deutsche

Für Europa war es bei der 13. Austragung der fünfte Sieg. Masson war erst die vierte deutsche Golferin beim Solheim Cup.

Bei der vergangenen Austragung im Jahr 2011 im irischen Killeen Castle, als Europa 15:13 gewann, war Sandra Gal dabei.

Zuvor hatten Elisabeth Esterl (Dingolfing) 2002 und 2003 sowie Bettina Hauert (Hagen) 2007 teilgenommen.

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