Martin Kaymer (l.) gewann die PGA Championships im Jahre 2010, in diesem Jahr schlug Jason Dufner zu © getty

Kaymer versaut sich mit einer harten Runde eine Top-Platzierung bei der PGA Championship. Dufner kann seinen Coup kaum fassen.

Rochester/Frankfurt - Jason Dufner feierte bei der PGA Championship gerade seinen ersten Major-Triumph, da leckte Deutschlands Golfstar Martin Kaymer nach der Achterbahnfahrt der Gefühle noch immer seine tiefen Wunden.

"Die dritte Runde war einfach hart. Ich habe es mir diese Woche auf wenigen Löchern komplett versaut, wobei ich eigentlich gut drauf war. Es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder Turniere gewinne", sagte der 28-Jährige nach dem 33. Platz bei seinem Lieblings-Major in Rochester im US-Bundesstaat New York.

Kaymer patzt

An drei Tagen hatte der frühere Weltranglistenerste aus dem beschaulichen Mettmann auf der großen Golfbühne seine Extraklasse gezeigt.

Aber ausgerechnet am Moving Day, an jenem dritten Tag also, an dem sich die Ballvirtuosen für die Schlussrunde in Stellung bringen wollen, patzte Kaymer mit einer indiskutablen 78 und fiel entscheidend zurück.

"Wenn du an bestimmten Löchern viele Schläge einbüßt, dann ist das bei diesen schweren Bedingungen zwar in Ordnung", sagte Kaymer über sagenhafte acht Bogeys und ein Triple-Bogey: "Du musst dann aber auch Birdies nachlegen und deine Chancen auf anderen Bahnen nutzen."

Dreimal legte Kaymer nach. Trotz phasenweise glänzender Schläge im Kampf mit der konstanteren Konkurrenz war dies für einen zweiten Championship-Erfolg nach 2010 aber zu wenig.

Erster Major-Triumph für Dufner

Besser machte es der introvertierte Dufner. Zwei Schläge lag der 36-Jährige, der beim letzten Major des Jahres vor zwei Jahren auf den letzten vier Löchern einen Vorsprung von vier Schlägen verspielt hatte, vor seinem Landsmann Jim Furyk.

Dahinter verpassten Henrik Stenson und Jonas Blixt denkbar knapp den ersten schwedischen Major-Erfolg.

"Es ist ein großartiges Gefühl, endlich einmal zu gewinnen. Ich kann kaum glauben, dass es mir gelungen ist. Das fühlt sich richtig, richtig gut an. Es ist einfach großartig", sagte Dufner für seine Verhältnisse äußerst überschwänglich.

Deutschlands Basketball-Superstar Dirk Nowitzki war ebenfalls "sehr beeindruckt. Dufner schaut den ganzen Tag so unglaublich ruhig aus."

Kaymer will zurück

Während der Mann mit der Zottelmähne die Momente im Rampenlicht sichtlich genoss, feilte Kaymer schon wieder am Weg zurück in den Fokus der Aufmerksamkeit.

"Für mich geht es um Punkte", sagte der Rheinländer, der mit einer Eichhörnchen-Taktik die notwendigen Zähler für das Tour-Finale um den hochdotierten FedEx-Cup sammeln will.

Um beim ersten Ausscheidungsturnier Ende August dabei zu sein, muss Kaymer zu den besten 125 Golfern der PGA-Tour gehören. Momentan rangiert er auf Platz 112.

Die Finals als Ziel

"Jetzt spiele ich nächste Woche, um auf jeden Fall bei den Finals dabei zu sein", sagte Kaymer, der beim Solheim Cup in Denver eigentlich den prestigeträchtigen "Ryder Cup der Frauen" anschauen wollte: "Team-Wettbewerbe sind das Beste. Das ist immer spannend."

Mit guten Leistungen will sich der zweimalige Ryder-Cup-Gewinner auch selbst wieder für das Prestigeduell zwischen Europa und den USA im kommenden Jahr empfehlen.

Dort - das sollte Kaymer aus eigener Erfahrung am besten Wissen - kann selbst eine Glanzrunde zu Ruhm und Ehre reichen.

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