Tiger Woods ist weltweit der wohl bestverdienende Sportler © getty

Beim US Masters in Augusta führt kein Weg am wiedererstarkten Tiger Woods vorbei. Seine Gedanken gelten nur dem grünen Jackett.

Augusta - Bühne frei für die Jagd nach dem grünen Jackett - die Hauptdarsteller stehen bereit.

US-Open-Champion Rory McIlroy (Nordirland), der dreimalige Sieger Phil Mickelson (USA), die Nummer eins Luke Donald (England) und Titelverteidiger Charl Schwartzel (Südafrika), sie alle wollen sich am Sonntag das wenig geschmackvolle, aber äußerst begehrte Kleidungsstück überstreifen.

Doch alle 95 Konkurrenten wissen, dass der Sieg beim US Masters in Augusta nur über einen geht: Superstar Tiger Woods (Nach 923 Tagen: Woods kann wieder siegen).

Woods wieder in Top-Form

Maßgerecht zum ersten Major des Jahres, vor dem am Mittwoch ein heftiger Sturm zahlreiche Bäume entwurzelt und den Platz verwüstet hat, erreichte der 36-Jährige wieder die Form, die ihn zum weltbesten Golfer der Geschichte gemacht hat.

"Ich bin sehr glücklich mit meinem Spiel und kann es kaum erwarten, auf den Platz zu gehen", sagte Woods, der dem Turnier als viermalige Triumphator bereits seinen Stempel aufgedrückt hat.

Nun soll Sieg Nummer fünf folgen, es wäre sein 15. Major-Erfolg. Damit würden ihm nur noch drei zur Rekordler Jack Nicklaus fehlen (NEWS: Kaymer fällt in Rangliste zurück).

Erster Sieg nach 30 Monaten

Nicht nur die 76 Jahre alte Golf-Legende Gary Player ist sich sicher: "Er ist nach der Durststrecke hungrig auf Siege. Es ist hart, gegen Tiger zu spielen. Wenn er seine Bestform abruft, ist keiner besser."

Und genau diese Form kann Woods anscheinend wieder abrufen. So wie vor zwei Wochen in Orlando, als er mit dem großen Vorsprung von fünf Schlägen erstmals seit 30 Monaten wieder einen Sieg auf der US-Tour feierte.

"Ich hatte den Ball gut unter Kontrolle und gut geputtet. Diesen Sieg habe ich mir wirklich verdient", sagte Woods.

Tiger zurück aus der Lebenskrise

Die Erleichterung sprach aus dem Kalifornier, der wahrlich schwere Zeiten hinter sich hat.

Sexskandale, Scheidung, öffentliche Häme - nicht leicht für einen, dem alles Glück der Welt zu Füßen lag. Was folgte, war ein beschwerlicher Kampf zurück aus der sportlichen Krise, begleitet von vielen Zweifeln.

"Es war ein langer Prozess. Zuerst habe ich mal zwei gute Runden zusammengebracht, dann mal drei. Jetzt sind es wieder vier. Das fühlt sich gut an", sagte Woods, der neben seinem privaten auch sein sportliches Umfeld neu sortieren musste.

Neuer Trainer bringt Schwung

Im vergangenen Sommer trennte er sich von seinem langjährigen Caddie Steve Williams und fand im September in Joe LaCava einen Nachfolger. Neuer Schwungtrainer wurde John Foley, der in der Tat für neuen Schwung sorgte.

"Es fühlt sich so an, als hätten meine Drives mehr Feuer, als sie jemals hatten. Sie kommen auch sehr gerade. Auch meine Eisenschläge gehen zur richtigen Zeit in die richtige Richtung", sagte Woods.

Dass Woods erstmals nach sieben Jahren wieder an der berühmten Magnolia Lane triumphiert, ist für die Buchmacher weltweit keine Frage.

Wettanbieter sehen Woods vorn

Ladbrokes in London (4:1) stuft ihn ebenso als Favorit ein wie bwin (6:1). Der ehemalige Weltranglistenerste kann in Augusta vor allem von einem reichhaltigen Erfahrungsschatz profitieren.

Zum 18. Mal schlägt er dort ab. "Ich weiß, wie ich diesen Platz zu spielen habe. Und genau das sowie das Wissen um die Historie dieses Turniers machen es so speziell", sagte Woods.

Sollte Woods am Sonntag wirklich als der strahlende Sieger dastehen, würde er mit seinem 73. US-Tour-Sieg mit Jack Nicklaus gleichziehen.

Doch das interessiert den Tiger nur am Rande, er hat eine andere Beute im Visier.

"Mir ist das grüne Jackett lieber. Die 73 Siege sind ein Nebenprodukt. Ich bin hier, um das grüne Jackett zu holen", sagte Woods entschieden und machte damit deutlich, dass der Konkurrenz auf der Bühne von Augusta möglicherweise nur die Statistenrollen bleiben.

Weiterlesen