Martin Kaymer hat in der Weltrangliste zwei Plätze eingebüßt und ist auf Rang 6 gerutscht © getty

Beim US Masters in Augusta will die ehemalige Nummer eins erstmals den Cut schaffen und lässt dafür nichts unversucht.

Augusta - Wenn Martin Kaymer an Augusta und das US Masters denkt, hat er einen großen Wunsch, aber auch ein gewaltiges Problem.

"Ich würde gerne auf der Schlussrunde mit Tiger Woods in einem der letzten drei Flights spielen", sagte der deutsche Golfstar vor dem am Donnerstag beginnenden Highlight.

So weit, so gut. Die Frage jedoch lautet: Wie soll das gehen? Viermal trat der 27-Jährige bislang beim ersten Major der Saison an, und viermal scheiterte er vorzeitig am Cut.

Das große Ganze im Sinn

Die Statistik ficht den Rheinländer aber nicht an. Für Kaymer ist das Schnee von gestern.

Die ehemalige Nummer eins der Golf-Welt hat nur das große Ganze im Sinn.

"Es geht mir immer nur darum, mein Spiel weiterzuentwickeln, und damit bin ich insgesamt sehr zufrieden", sagt Kaymer, der sich auch von kritischen Stimmen nie aus der Ruhe bringen lässt.

Auf Rang sechs abgerutscht

Dies war bei seiner Schwungänderung im vergangenen Jahr der Fall. Dieses Mal löste Kaymer Verwunderung aus, weil er vor Augusta eine dreiwöchige Turnierpause einlegte und sich nicht der Konkurrenz stellte.

Dem entgegnet er: "Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Weg für mich ist. Der Rhythmus mit größeren Pausen tut mir und meinem Spiel sehr gut, das habe ich in den vergangenen Jahren auf der Tour gemerkt."

Durch die wochenlange Abstinenz auf den Plätzen ist Kaymer im Ranking auf Position sechs unmittelbar vor dem wieder erstarkten Tiger Woods abgerutscht (Nach 923 Tagen: Woods kann wieder siegen).

Auch das sieht er gelassen und meint: "Wenn die Ergebnisse stimmen, wird sich das auch in der Weltrangliste zeigen." (NEWS: Kaymer fällt in Rangliste zurück)

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Schnelles Grün angelegt

Damit zunächst endlich auch einmal das Ergebnis in Augusta stimmt, ließ Martin Kaymer nichts unversucht.

So wurde auf seinem Trainingsplatz im privaten Club in Whisper Rock/Arizona eigens ein schnelles Grün in typischer Augusta-Manier angelegt.

Auch die Bereiche rund ums Grün wurden denen von Augusta nachempfunden. "Ich habe vermehrt an meinem kurzen Spiel gearbeitet", sagt Kaymer, der weiß, dass der Turniersieg vor allem davon abhängig ist.

Mit Hauptproblem "nicht beschäftigt"

Nach dem "Leistungskurs" in Whisper Rock fühlt sich Kaymer der Aufgabe gewachsen.

"Ich gehe mit einer positiven Einstellung in das Turnier und freue mich auf die Herausforderung Masters", sagt Kaymer.

Mit seinem Hauptproblem auf dem langen Par-72-Platz an der Magnolia Lane in Augusta hat sich Kaymer aber "nicht beschäftigt".

Sturm verwüstet Platz

Zunächst gibt es noch ein anderes Problem: Ein heftiger Sturm hat den Golfplatz in Augusta verwüstet und Kaymer und Co. bei ihrer Vorbereitung behindert.

Die Platzwärter mussten während der Trainingsrunde am Mittwoch den Kurs von entwurzelten Bäumen befreien und aufgeschwemmte Sandgruben wiederherstellen.

"Überall waren Trümmer und Holzabfälle. Die Aufräumarbeiten dauern noch an", sagte Billy Payne, der Vorsitzende des Golfclubs.

Für die Startrunde am Donnerstag sagte der Wetterdienst vor allem am Nachmittag und Abend weitere Gewitter voraus. Trotzdem soll das Turnier ohne Verzögerung starten.

Das kurze Spiel hat Vorrang

Dennoch: Der Draw, jener Schlag mit der Flugkurve von rechts nach links, ist in Augusta auf vielen Spielbahnen eine Voraussetzung für einen guten Score.

"In Augusta ist es nun mal so, dass einem der Platz etwas leichter fällt, wenn man den Draw beherrscht", sagte Kaymer.

Für ihn aber kein Grund, diesen Schlag vermehrt zu üben. Das kurze Spiel hat für Kaymer Vorrang.

Und so herrscht bei dem nach Bernhard Langer zweitbesten deutschen Golfer der Geschichte verhaltener Optimismus, dass er endlich auch einmal am Wochenende noch zum Turnier gehört.

"Das Masters werde ich nie auslassen"

Und wenn nicht? Dann folgt der nächste Versuch.

"Das Masters werde ich sicher nie auslassen, selbst wenn es die nächsten fünf Jahre nichts mit dem Cut wird", sagt Kaymer, dessen Verhältnis zu Augusta einer Hassliebe gleicht:

"Für mich ist der Platz eine sehr große Herausforderung, und es reizt mich jedes Jahr aufs Neue, dort mein Bestes zu geben."

Hole in One übers Wasser

Beim Training in Augusta ist ihm das schon gelungen, als er mit einem spektakulären Hole-in-one an Loch 16 die Zuschauer verzückte.

Auf der 170 Yards (155 m) langen Bahn schlug er den Ball so, dass er erst das Wasser berührte und anschließend den Weg ins Loch fand.

Ein Schlag für die Galerie und für die Internetvideo-Plattformen - und vielleicht ja auch ein gutes Omen im Kampf gegen seine Hassliebe.

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