Olympiasieger Matthias Steiner hat vor seinem Wettkampf-Comeback bei den Europameisterschaften der Gewichtheber im türkischen Antalya (9. bis 15. April) die Erwartungen gedämpft und die Chancen auf Edelmetall angesichts seiner langen Verletzungspause als äußerst gering eingeschätzt.

"Konkurrenzfähig bin ich noch nicht, Medaillen sind nicht zu erwarten", sagte Steiner im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt.

Steiner hatte sich im September 2011 einen Einriss der Quadrizeps-Sehne zugezogen und war erst im Januar wieder ins Training eingestiegen.

Bei den Wettkämpfen in Antalya geht es für Steiner deshalb neben der noch fehlenden Qualifikation für die Olympischen Spiele in London auch um die nötige Wettkampfpraxis. "Ich will einen persönlichen Eindruck gewinnen, was meine Gegner für London drauf haben", sagte er.

Um die Norm für London zu erreichen, muss der Superschwergewichtler 399 kg im Zweikampf heben. Unter normalen Umständen keine Hürde für den 29-Jährigen: "Doch wenn du operiert wurdest und drei Monate nicht trainieren konntest, ist das auch schon eine ordentliche Leistung."

Eigentlich hatte Steiner sein Comeback bereits vor rund zwei Wochen in der Bundesliga mit dem Chemnitzer AC geben wollen. Ein Magendarminfekt machte einen Einsatz jedoch unmöglich: "Ich war fünf Tage außer Gefecht gesetzt. Ich habe vier Kilogramm abgenommen, war außerstande, beim Wettkampf zu starten."

Ein vorzeitiges Karrieende war für den gebürtigen Österreicher aber trotz der langen Leidenszeit nie ein Thema. "Sonst hätte ich mich nicht operieren lassen.

Die Operation war notwendig, weil ich auf Profiebene weitermachen wollte", sage Steiner, der nach dem Rückschlag "wieder in die Weltspitze" vorstoßen will.

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