Helmut Spahn war für die Sicherheit bei der WM 2006 zuständig © getty

Helmut Spahn, Sicherheitschef der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, hat dem Weltverband FIFA Vorwürfe in Bezug auf die Sicherheit der Fans bei der WM in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) gemacht.

"Meine größte Sorge ist, dass diese Blauäugigkeit ein Risiko darstellen kann. Bei der WM in Südafrika hat man zu intensiv über Kriminalität gesprochen, das macht man jetzt in Brasilien sehr, sehr wenig", sagte Spahn der ARD-Recherche-Redaktion Sport und warnte: "Das Image von Brasilien ist ein positives, und das kann dazu führen, dass sich Fans sehr sicher fühlen."

Spahn, der mittlerweile Direktor des Zentrums für Sport-Sicherheit im WM-Gastgeberland von 2022 in Katar ist, kritisierte vor allem die mangelnde Aufklärung der Fans über die Sicherheitsrisiken vor Ort: "Der Veranstalter hat die Verpflichtung, die Zuschauer seriös zu informieren."

FIFA-Sicherheitschef Ralf Mutschke hielt dem entgegen: "Angst malen ist nicht angesagt. Wenn man sich normal verhält und die Sachen nicht übertreibt, kann man auch in Brasilien ganz gut leben."

Laut Mutschke hat die FIFA ausreichend Vorkehrungen getroffen: "Grundsätzlich ist es so, dass wir jegliche Szenarien durchspielen, und das müssen wir machen. Und natürlich sind dann auch Szenarien dabei, wo es möglicherweise zum Abbruch des Turniers oder Verschiebung eines Spiels kommt."

Angesichts dieses Risikos forderte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach die WM-Touristen auf, "wirklich nur noch dorthin zu gehen, wo es absolut sicher ist".

Die internationalen Organisationen seien generell "gut beraten, die großen Turniere dorthin zu geben, wo eine sichere Organisation garantiert ist".

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