© getty

Die zweite 0:6-Pleite in Folge hat Holger Osieck den Job als Trainer der australischen Fußball-Nationalmannschaft gekostet. Der deutsche Coach wurde kurz nach der Niederlage am Freitagabend im Länderspiel gegen Frankreich in Paris gefeuert.

Zuvor waren die Socceroos schon im Test gegen Brasilien mit dem gleichen Ergebnis untergegangen.

"Drei Stunden nach dem Abpfiff, also so gegen zwei Uhr morgens, kam der Generalsekretär des Verbandes zu mir und teilte mir mit, dass ich meine Koffer packen kann. Ich hatte im Prinzip nicht damit gerechnet, muss das jetzt alles erst einmal verarbeiten", sagte der 65-jährige Osieck. Ein richtiger Abschied von seinen Spielern sei nicht möglich gewesen: "Die Mannschaft war betroffen, geschockt - wie ich."

Über seine weiteren Pläne sagte der ehemalige Assistent von Weltmeister-Teamchef Franz Beckenbauer: "Ich weiß es nicht. Ich muss erst alles sacken lassen. Ich muss ja auch noch mal rüber, den Haushalt auflösen. Es kam eben alles so überraschend."

Der erfahrene Fußballlehrer verteidigte nochmals seine Entscheidung, gegen Hochkaräter wie Brasilien und Frankreich spielen zu lassen.

"Ja, solch krasse Ergebnisse hatte ich nicht erwartet", äußerte Osieck, "ich wollte nicht gegen Singapur oder Malaysia spielen, sondern eine Standortbestimmung gegen WM-Teilnehmer durchführen, dann analysieren, mir Gedanken machen, Korrekturen einführen. Die anderen asiatischen Mannschaften Südkorea, Japan, Iran sind ja auch nicht ohne gute Fußballer."

Als Interims-Coach am kommenden Dienstag im Länderspiel gegen Kanada amtiert Aurelio Vidmar. Osieck, der in der Bundesliga den VfL Bochum trainiert hatte, war nach der WM 2010 Nachfolger des Niederländers Pim Verbeek geworden.

Der gebürtige Homberger hatte sich mit den Australiern nach anfänglichen Schwierigkeiten am letzten Spieltag der Asien-Ausscheidung direkt für die WM-Endrunde in Brasilien qualifiziert und damit seine Kritiker kurzzeitig zum Verstummen gebracht.

Weiterlesen