Der Bayern-Abwehrspieler steht in Brasiliens WM-Aufgebot. Auch Luiz Gustavo ist dabei. Rafinha verliert das Duell mit Maicon.

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Von Martina Farmbauer

München - Die Bekanntgabe des Kaders Brasiliens für die Weltmeisterschaft glich einer Rede zur Lage der Nation.

Es gab einen großen Auftrieb in dem Showpalast "Rio Vivo" in Rio de Janeiro, in den 5000 Gäste passen. 700 Journalisten waren vor Ort, 230 Teams von Radio- und Fernseh-Stationen aus dem Ausland übertrugen in alle Welt.

Das war der "Folha de Sao Paulo" zufolge ein neuer Rekord. Rainer Calmund weiß auch, warum das Interesse so groß ist. Als er noch Manager bei Bayer Leverkusen war, wurden vier seiner Spieler zu Kapitänen der brasilianischen Nationalmannschaft.

"Das ist nach dem Staatspräsidenten ? oder aktuell der Staatspräsidentin ? das wichtigste Amt im Land", sagte Camund im Gespräch mit SPORT1.

Scolari fordert Unterstützung

Dass Thiago Silva von Paris St. Germain diese Rolle vom Heimturnier einnehmen würde, war im Vorfeld klar (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014). Auf die anderen Namen wartete die Öffentlichkeit gespannt.

Vor der Kaderbekanntgabe sprach Jose Maria Marin, Präsident des Fußballverbandes CBF, Dankesworte. Danach bat Luis Felipe Scolari um Unterstützung für die 23 Spieler (SHOP: Jetzt Brasilien-Fanartikel kaufen).

Der Nationaltrainer legte eine Pause ein und es wurde still im Saal. Scolari zupfte an seinem Zettel und begann, die Namen vorzulesen. Als er Maicon sagte, war klar, dass damit Rafinha nicht dabei sein würde. Der Rechtsverteidiger des FC Bayern hatte mit dem Routinier vom AS Rom um den Platz im Kader gestritten.

Zuletzt hatte es auch so ausgesehen, als ob der Münchner Verteidiger im Vorteil gewesen wäre. Schließlich war er im vergangenen Testspiel gegen Südafrika über 90 Minuten zum Einsatz gekommen war. Dabei hatte Rafinha einen guten Eindruck hinterlassen.

"Es kann sein, dass es eine Überrschung geben wird", hatte Scolari in einem Interview auf der Internetseite des Verbandes angekündigt. Die brasilianischen Zeitungen waren sich aber nicht einig, ob es eine Überraschung wäre, wenn sie 22 der 23 Spieler erraten könnten.

Garantie für Julio Cesar und Fred

Julio Cesar und Fred hatte Scolari schon im vergangenen Jahr eine Garantie gegeben, weitere sechs ? David Luiz, Thiago Silva, Ramires, Paulinho, Willian und Oscar ? nannte er vor zwei Wochen, Neymar ist ohnehin fester Bestandteil der Selecao.

Rafinhas Vereinskollege Dante und Luiz Gustavo vom VfL Wolfsburg galten im Gegensatz zu Rafinha als gesetzt. Der Bayern-Innenverteidiger freute sich über die Nominierung, die jedoch niemand überraschte.

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Dafür waren viele Beobachter verwundert, dass Scolari Henrique vom SSC Neapel in den Kader bereif. Innenverteidiger Miranda fehlt dafür im Aufgebot - obwohl er mit Atletico Madrid kürzlich den Einzug ins Champions-League-Finale geschafft hat.

Auch auf die Routiniers Kaka, Ronaldinho und Robinho verzichtete der 65-Jährige.

Sonderlob für Henrique

Dafür pries Scolari Überraschungsmann Henrique. "Er ist ein Spieler, der mir gefällt. Ich mag sein Spiel", betonte der Nationaltrainer.

Rafinha dagegen hat ihm anscheinend doch nicht so gut gefallen.

Brasiliens vorläufiger WM-Kader:

Tor:Julio Cesar (Toronto FC/Kanada), Jefferson (Botafogo FR/Brasilien), Victor (Atletico Mineiro/Brasilien)

Abwehr: Dani Alves (FC Barcelona/Spanien), Maicon (AS Rom/Italien), Marcelo (Real Madrid/Spanien), Maxwell (Paris St. Germain/Frankreich), Dante (Bayern München), David Luiz (FC Chelsea/England), Henrique (SSC Neapel/Italien), Thiago Silva (Paris St. Germain/Frankreich)

Mittelfeld: Fernandinho (Manchester City/England), Hernanes (Inter Mailand/Italien), Luiz Gustavo (VfL Wolfsburg), Oscar (FC Chelsea/England), Paulinho (Tottenham Hotspur/England), Ramires (FC Chelsea/England), Willian (FC Chelsea/England)

Stürmer: Bernard (Schachtjor Donezk/Ukraine), Fred (Fluminense FC/Brasilien), Hulk (Zenit St. Petersburg/Russland) Jo (Atletico Mineiro/Brasilien), Neymar (FC Barcelona/Spanien)

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