Louis van Gaal ist seit 2012 Cheftrainer der Niederlande © getty

Für England, Italien sowie Spanien und die Niederlande kommt's bei der WM-Auslosung knüppeldick. Hodgson macht sich unbeliebt.

Von Jan Reinold und Thorsten Mesch

München - Giovane Elber wollte sich nicht lange mit dem Ergebnis der WM-Auslosung aufhalten (Bericht).

"Machbar" lautete das knappe Urteil des früheren Bayern-Profis zu den brasilianischen Vorrundengegnern Mexiko, Kroatien und Kamerun. Mehr Sorgen bereitete ihm da schon der Blick voraus, könnte es doch im Achtelfinale zum Duell des Rekord-Champions mit Titelverteidiger Spanien oder Vize-Weltmeister Niederlande kommen ( 817600 DIASHOW: Bilder der Auslosung ).

"Das wird schwieriger", meinte Elber in der "ARD". (SHOP: Jetzt Fanartikel von Italien kaufen)

Spanien und Niederlande in der Todesgruppe

In der Tat, aber möglicherweise kommt es gar nicht zu einem derartigen Duell.

Denn Spanien und die Niederlande müssen sich noch mit Chile auseinandersetzen, ein äußerst unangenehmer Gegner. Zudem wartet in der Gruppe B noch "Aschenputtel" Australien, wie die spanische "AS" schrieb ( 816007 DIASHOW: Die WM-Gruppen im Überblick ).

"Das ist die schwerste der Gruppen", sagte ein ernüchterter Bondscoach Louis van Gaal: "Ich wäre lieber in Gruppe H gelandet." (Bericht: Reaktionen zur Auslosung)

Statt sich mit Algerien, Südkorea und Belgien herumzuschlagen, kommt es aber bereits in der Vorrunde zur Neuauflage des WM-Finales von 2010. Und zwar gleich am ersten Spieltag in Salvador.

"Ich hoffe, dass Spanien dann noch nicht in Bestform ist", meinte van Gaal. (SHOP. Jetzt Fanartikel der Niederlande kaufen)

Schwerer Auftakt kommt Del Bosque gelegen

Hoffnung allein wird den Niederländern, die bei der EM 2012 bereits in der Vorrunde gescheitert waren, aber nicht reichen.

Zumal Spanien beim Confed Cup bereits Erfahrungen mit den teilweise extremen klimatischen Bedingungen in Brasilien sammeln konnte und Weltmeister-Trainer Vicente del Bosque der schwere Auftaktgegner offenbar nicht ungelegen kommt.

"Das ist sicherlich besser für die Einstellung. Gegen leichtere Gegner ist die Konzentration nicht so hoch", meinte der 62-Jährige, der laut eigener Aussage am Morgen der Auslosung geahnt hatte, dass es zum Wiedersehen mit der "Elftal" kommt.

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Warnung vor Chile

Mehr Kopfzerbrechen bereitet Del Bosque wohl die Partie gegen Chile in Rio de Janeiro am zweiten Spieltag. Gegen die Südamerikaner tat sich Spanien bereits auf dem Weg zum Titelgewinn in Südafrika schwer. Am letzten Vorrunden-Spieltag setzte sich der Favorit mit viel Mühe 2:1 durch.

"Chile spielt seit Jahren einen sehr unangenehmen Fußball, sehr druckvoll, und die Spieler sind sehr erfahren", analysierte Del Bosque und fasste die Erkenntnis des Abends zusammen: "Das wird sehr schwierig."

Treffen der Weltmeister

Ähnliches gilt für die Gruppe D, in der es zum Aufeinandertreffen gleich dreier Ex-Weltmeister kommt.

Dem viermaligen Champion Italien wurden neben England (Weltmeister 1966) auch der in den letzten Jahren wiedererstarkte zweimalige Weltmeister Uruguay sowie Außenseiter Costa Rica zugelost.

Wahrscheinlich ist es die schwierigste Gruppe des Turniers, wie Italiens Coach Cesare Pranelli kommentierte. Zumal England und Italien am ersten Spieltag in Manaus aufeinandertreffen - bei vermutlich mehr als 30 Grad und über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit in Amazonien.

"Wir werden schwitzen müssen", sagte Prandelli - und appellierte aufgrund der klimatischen Bedingungen vorsorglich an die Klubs: "Ich hoffe, dass ich schon 40 Tage vor der WM mit der Vorbereitung beginnen kann. Mit einem guten Training können wir eine großartige WM bestreiten."

Engländer in Manaus nicht willkommen

In Anlehnung an den legendären Boxkampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman 1974 im früheren Zaire schrieb die englische "Sun" vom "Grumble in the Jungle" ("Knurren im Dschungel").

Im Regenwald von Manaus wird sich England, das bei der EM 2012 im Viertelfinale an Italien gescheitert war, möglicherweise noch mit weiteren Gegnern herumschlagen müssen. Beispielsweise der einheimischen Bevölkerung.

Weil Three-Lions-Coach Roy Hodgson vor der Auslosung gehofft hatte, Manaus aufgrund des problematischen Wetters umgehen zu können, attackierte der Bürgermeister der Dschungel-Metropole.

"Wir würden es auch bevorzugen, wenn England nicht hierhin kommt. Wir hoffen auf eine bessere Mannschaft und einen Trainer, der höflicher ist", hatte Arthur Virgilio am Donnerstag erklärt.

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