Ronaldo, Ribery und Rooney (v.l.) müssen um das Ticket für die WM bangen © getty

Am letzten Spieltag der WM-Qualifikation geht es in Europa noch um mehrere Direkttickets und Playoff-Plätze. SPORT1 gibt einen Überblick.

München - Spannung pur in der Europa-Ausscheidung für die Weltmeisterschaft am Zuckerhut: Acht Teams kämpfen am Dienstag um die vier verbliebenen Direkttickets für Brasilien 2014 (ab 19.00 Uhr in den LIVE-SCORES).

Deutschland, Belgien, die Niederlande, die Schweiz und Italien haben die Teilnahme schon sicher, andere große Fußball-Nationen müssen bis zuletzt warten.

Auch von den acht Playoff-Teilnehmern, die Mitte November vier weitere WM-Fahrer ausspielen, stehen erst zwei fest.

SPORT1 gibt einen Überblick über die Duelle um die noch offenen Direkttickets und Playoff-Plätze (DATENCENTER: Die WM-Qualifikation):

Gruppe F: Russland vs. Portugal

Formsache dürfte Platz eins für die Russen in Gruppe F sein. Das Team des italienischen Trainers Fabio Capello führt das Klassement mit 21 Punkten vor Portugal (18) an und sollte den letzten nötigen Punkt in Aserbaidschan holen.

Dann käme selbst ein hoher Sieg der Portugiesen um Superstar Cristiano Ronaldo gegen Luxemburg zu spät.

Gruppe G: Bosnien-Herzegowina vs. Griechenland

Zu einem Herzschlagfinale kommt es in Gruppe G. Tabellenführer Bosnien-Herzegowina und Griechenland liegen mit jeweils 22 Punkten gleichauf und ermitteln den Gruppensieger in einem Fernduell.

Die griechischen Europameister von 2004 empfangen Außenseiter Liechtenstein und müssen auf einen Punktverlust der im Torverhältnis klar besseren Bosnier in Litauen hoffen.

Edin Dzeko will davon aber nichts wissen. "Das lassen wir uns nicht nehmen", sagte der frühere Bundesliga-Torschützenkönig.

Gruppe H: England vs. Ukraine

Das Fußball-Mutterland England (19) braucht in Gruppe H einen Sieg gegen Polen, um Verfolger Ukraine (18) sicher auf Distanz zu halten.

"Werdet nicht übermütig!", titelte "The Sun" am Montag. Auch Roy Hodgson wird trotz des jüngsten 4:1 über Montenegro nicht müde, seine Asse auf dem Boden der Tatsachen zu halten. "Die Jungs wissen, dass ihre Aufgabe noch nicht gelöst ist", sagte Englands Trainer.

Immer wieder erinnerte er an das schlimme Ende von 1973, als Polen den "Three Lions" durch ein 1:1 in Wembley den Weg zur WM nach Deutschland versperrte.

Sollten Wayne Rooney und Co. den Sieg über die von 20.000 polnischen Fans unterstützten Gäste erneut verpassen, würde die Ukraine mit dem beim Gruppenfinale kaum zu verhindernden Erfolg in San Marino noch an ihnen vorbeiziehen.

Gruppe I: Spanien vs. Frankreich

In Gruppe I ist Welt- und Europameister Spanien (17) gegen Georgien noch klarer favorisiert als Verfolger Frankreich (14) gegen Finnland.

Daher stellen sich die Franzosen um Bayern-Star Franck Ribery auch schon auf die Playoffs ein - und wollen beim Weltverband FIFA wegen der Setzliste intervenieren. Das Team fühlt sich benachteiligt, da es in seiner Gruppe mit vier Gegnern nur acht Pflichtspiele bestreiten konnte.

Diese werden in der Rangliste höher bewertet als Freundschaftsspiele. "Das ist nicht fair und das werde ich bei der FIFA vorbringen", sagte Verbandschef Noel Le Graet.

Gruppe B: Bulgarien vs. Dänemark vs. Tschechien vs. Armenien

In der Gruppe B kämpft hinter den bereits qualifizierten Italienern noch ein Quartett um die K.o.-Spiele: Bulgarien (13) liegt momentan auf Rang zwei, Dänemark (13) sowie Tschechien und Armenien (je 12) lauern direkt dahinter.

Bulgarien und Tschechien treffen im direkten Duell aufeinander. Bei einem Punktverlust der Bulgaren könnte Dänemark mit einem Heimsieg gegen Schlusslicht Malta auf Platz zwei springen.

Armenien hat in Italien den nominell härtesten Brocken vor der Brust. Außerdem müssen BVB-Neuzugang Henrikh Mkhitaryan und Co. auf ein Unentschieden zwischen Bulgarien und Tschechien sowie einen Punktverlust der Dänen gegen Malta hoffen.

Letztlich könnte es aber für keines der vier Teams für die Playoffs reichen: Der schlechteste Gruppenzweite der neun europäischen Qualifikationsgruppen schaut nämlich komplett in die Röhre - und nach derzeitigem Punktestand spricht vieles dafür, dass es den Zweiten aus der Gruppe B treffen wird.

Gruppe D: Türkei vs. Rumänien vs. Ungarn

Hinter den Niederländern können in Gruppe D die Türkei, Rumänien (je 16) und theoretisch auch noch Ungarn (14) Zweiter werden.

Die Türken liegen derzeit mit vier Toren Vorsprung auf Rang zwei, müssen aber gegen die noch ungeschlagenen Niederländer ran. Auf die dahinter lauernden Rumänen wartet dagegen zuhause gegen Estland eine vermeintlich leichte Aufgabe.

Ungarn muss auf Punktverluste der beiden Konkurrenten hoffen und möglichst selbst einen Kantersieg gegen das punktlose Schlusslicht Andorra landen.

Gruppe E: Island vs. Slowenien

In der Gruppe E hat Überraschungsmannschaft Island (16) vor dem letzten Spieltag die besten Chancen auf ein Playoff-Ticket.

Mit einem Sieg beim Gastspiel in Norwegen würden die Isländer Rang zwei endgültig sichern, anderenfalls wäre man auf Schützenhilfe der bereits qualifizierten Schweizer angewiesen.

Die Eidgenossen treffen mit Slowenien (15) auf Islands einzigen Konkurrenten im Kampf um Platz zwei.

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