Etliche Hochkaräter drohen die WM zu verpassen. In Frankreich liegen die Nerven blank. Ronaldo fürchtet ein abgekartetes Spiel.

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Von Christoph Lother

München - Man stelle sich nur mal vor, die WM 2014 in Brasilien fände ohne deutsche Beteiligung statt.

Keine Fanmeile am Brandenburger Tor, kein Public Viewing am Münchner Flughafen, keine Fähnchen an den Autos, keine Hobby-Bundestrainer in den Kneipen. Ein Albtraum.

Doch soweit ist es glücklicherweise nicht gekommen.

Mit dem 3:0 gegen Irland machte die deutsche Nationalelf am vergangenen Freitag bereits den entscheidenden Schritt Richtung Brasilien.

Ein Schritt, den sie etlichen großen Fußball-Nationen voraus ist.

Frankreich, England, Portugal: Vielerorts könnte der Albtraum Wirklichkeit werden. Auch für so manchen Superstar (DATENCENTER: WM-Quali Europa).

Gruppensieg wohl an Spanien

Besonders in Frankreich geht vor dem abschließenden Qualifikationsspiel gegen Finnland (Di., 21 Uhr LIVESCORES) die blanke Angst um.

"Eine Weltmeisterschaft ohne Frankreich, das wäre fürchterlich", sagte Verteidiger Eric Abidal der Zeitung "L'Equipe".

Drei Punkte und drei Tore beträgt der derzeitige Rückstand der zweitplatzierten "Equipe Tricolore" auf Welt- und Europameister Spanien.

Da dieser sich zum Abschluss der Gruppe I mit Fußball-Zwerg Georgien misst, scheint der Umweg über die Relegation für die Franzosen unvermeidbar.

Franzosen erwägen Protest

Und für den scheint sich die Grande Nation schon einmal vorsorglich zu rüsten.

Einem Bericht der "L'Equipe" zufolge plant der nationale Fußball-Verband FFF, Protest gegen die Zusammenstellung der für die Relegation angedachten FIFA-Rangliste einzulegen.

Dieser Setzliste nach würden die Franzosen bei den K.o.-Spielen im November zu den vier schwächeren Teams gehören - und eines der vier stärkeren als Gegner zugelost bekommen.

Heftige Kritik von Ex-Coach Houllier

Doch könnte ein solcher Protest die Franzosen denn wirklich retten?

Geht es nach Ex-Nationaltrainer Gerad Houllier, wohl eher nicht.

"Die Mannschaft ist im Aufbau, jung. Ihr fehlt internationale Erfahrung, sie hat keine Führungsspieler, sie hat keine Persönlichkeiten", sagte Houllier und stellte dem Weltmeister von 1998 ein vernichtendes Zeugnis aus:

"Daher rühren alle Schwächen. Unbeständigkeit, keine Kontinuität. Manchmal beeindruckend, manchmal sehr verwundbar."

Auch Portugal wohl nur Zweiter

Auch Portugals Cristiano Ronaldo droht das gleiche Schicksal wie Frankreichs Ribery.

Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Israel liegt die "Selecao das Quinas" drei Punkte und sieben Tore hinter Spitzenreiter Russland zurück.

Während die Russen am letzten Spieltag nach Aserbaidschan reisen, spielen Ronaldo und Co. zu Hause gegen Luxemburg.

Im Normalfall dürfte sich an der Tabellensituation der Gruppe H also nichts mehr ändern.

Ronaldo: Keine Lust auf Frankreich

"Es ist kein Drama, dass wir in die Playoffs müssen", sagte Ronaldo zwar.

Schließlich seien die Portugiesen das aus den Qualifikationen für die WM 2010 und die EM 2012 bereits gewohnt.

Den vermeintlich dicksten Brocken würde der Offensivmann von Real Madrid dann aber doch ganz gerne umgehen.

"Frankreich ist das einzige Team, auf das ich nicht treffen will", sagte Ronaldo der Zeitung "A Bola".

Real-Star fürchtet abgekartetes Spiel

Die Franzosen seien nicht nur "das stärkste Team", betonte Ronaldo:

"Vor allem sind zu viele Interessen im Spiel. Mehr will ich nicht sagen, denn ich könnte bestraft werden."

Angekommen ist die Botschaft des 28-Jährigen aber auch so.

Ronaldo spielte nicht nur auf die WM-Quali von 2010 an, in der Frankreichs Thierry Henry vor dem entscheidenden 1:1 gegen Irland den Ball mit der Hand gespielt hatte.

Portugals Kapitän fürchtet offenbar auch, dass der französische UEFA-Präsident Michel Platini eine Rolle spielen könnte.

Rooney und Co. zum Siegen verdammt

Eine entscheidende Rolle dürfte auch Wayne Rooney bei Englands Endspiel gegen Polen zufallen.

Mit sechs Treffern ist der Stürmerstar von Manchester United bislang der beste Schütze der "Three Lions" im laufenden Wettbewerb.

Da der nur um einen Zähler zurückliegende Verfolger Ukraine sein Auswärtsspiel in San Marino gewinnen dürfte, brauchen die Engländer zur Verteidigung der Tabellenspitze in der Gruppe H gegen Polen unbedingt einen Sieg - und Rooneys Tore.

Auch Eto'o und drei Urus zittern noch

Auch außerhalb Europas stehen vor allem die Offensivkräfte im Fokus.

So wollen Chelsea-Stürmer Samuel Eto'o und seine Kameruner nach einem müden 0:0 im Hinspiel gegen Tunesien das Aus in der Afrika-Relegation verhindern (DATENCENTER: WM-Quali Afrika).

In Südamerika schielt das derzeit fünftplatzierte Uruguay mit den Top-Angreifern Luis Suarez (Liverpool), Edinson Cavani (Paris St. Germain) und Diego Forlan (SC Internacional) noch auf ein Direkt-Ticket nach Brasilien (DATENCENTER: WM-Quali Südamerika).

Um das zu erobern, ist ein Sieg zum Abschluss gegen Argentinien aber Pflicht.

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