Die Schweiz und Belgien planen nach der geglückten WM-Quali für Brasilien. Die Superstars Rooney, Ronaldo und Ribery zittern.

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München - Die Ex-Weltmeister England und Frankreich zittern noch - da planen zwei eher kleine europäische Fußball-Nationen schon Großes.

Die Schweiz und Belgien haben am vorletzten Spieltag der Qualifikation die Teilnahme an der WM-Endrunde im nächsten Jahr in Brasilien perfekt gemacht (DATENCENTER: WM-Quali).

"Das ist ein gewaltiges Gefühl für uns alle", sagte Bayern Münchens Schweizer Nationalspieler Xherdan Shaqiri. Der 22-Jährige erzielte beim 2:1 in Albanien, der Heimat seiner Vorfahren, das 1:0 und formulierte prompt ein kühnes Vorhaben:

"Wir haben eine super WM-Qualifikation gespielt und uns das wirklich verdient. Der Hunger auf die WM ist sehr groß. Man hat gesehen, dass wir eine tolle Mannschaft sind, und wir werden auch in Brasilien guten Fußball spielen und hoffentlich für Furore sorgen."

Für die Schweiz ist es bereits die dritte WM-Teilnahme nacheinander.

Hazard: Keine Angst vor den Großen

Auch Belgiens Mittelfeld-Regisseur Eden Hazard mag nicht nur als Tourist zur Endrunde fliegen.

"Wir haben keine Lust, nach Brasilien zu reisen, um drei Spiele zu machen und zurückzukommen", unterstrich der Wirbler vom FC Chelsea nach dem entscheidenden 2:1 in Kroatien.

Durch den Sieg stehen die "Roten Teufel" als Sieger der Gruppe A fest und werden erstmals seit 2002 wieder an einer WM teilnehmen.

Die aktuelle Mannschaft, tönte Hazard, sei zuletzt immer stärker geworden und müsse sich von der Qualität nicht hinter Gastgeber Brasilien oder Titelverteidiger Spanien verstecken:

"Aber uns fehlt die Erfahrung. Wir werden praktisch unser erstes großes Turnier spielen und müssen auch lernen."

England zum Siegen verdammt

Währenddessen müssen Fußball-Großmächte wie England, Frankreich oder auch Portugal mit dem ehemaligen Weltfußballer Cristiano Ronaldo schon froh sein, wenn sie im kommenden Jahr überhaupt nach Brasilien fahren dürfen.

Zwar eroberten Englands "Three Lions" mit einem 4:1 gegen Angstgegner Montenegro Platz eins in Gruppe H zurück.

Doch bei noch einem Heimspiel gegen Polen beträgt der Vorsprung auf Verfolger Ukraine, der in San Marino leichtes Spiel haben dürfte, nur einen Punkt.

Für Wayne Rooney Co. heißt das: Ein Sieg muss her!

Portugal ohne Ronaldo ins Finale

Erst recht gilt das für Franck Riberys Franzosen und die Portugiesen (1:1 gegen Israel) - doch selbst in diesem Fall sind ihre Aussichten gering, dass es noch zu Platz eins und der direkten Qualifikation reicht.

Welt- und Europameister Spanien genügt in Gruppe I gegen Georgien schon ein Punkt; genauso Russland in Gruppe F, das in Aserbaidschan mit Trainer Berti Vogts antreten muss.

Portugal spielt in Luxemburg, muss aber auf den gelbgesperrten Ronaldo verzichten.

Bei aller Freude, Frankreich wohl abgehängt zu haben, mäkelte die spanische "Marca" nach dem 2:1 gegen Weißrussland am Samstag: "Entscheidender Sieg, Spiel zum Vergessen".

Auch "El Pais" sah ein "völlig farbloses Spanien".

Ibrahimovic verzaubert Schweden

Oder man macht es wie die Schweden und betrachtet Platz zwei - hinter Deutschland - schon als Erfolg.

Am 15. und 19. November werden in Playoff-Spielen der acht besten Gruppenzweiten die vier letzten europäischen WM-Tickets vergeben.

Schweden hat sein Startrecht dank eines dramatischen 2:1 in Solna gegen Österreich sicher.

Die Entscheidung hatte, natürlich, Superstar Zlatan Ibrahimovic mit seinem Siegtor in der 86. Minute herbeigeführt.

Poetisch schrieb die Zeitung "Göteborgs-Posten": "Zlatan Ibrahimovic ist in entscheidenden Augenblicken ein siebenfach höllengeschickter Fußballspieler".

Derweil "Dagens Nyheter" ebenso sprachgewandt schon vorausblickte: "Nun folgen zwei glutheiße Playoff-Spiele, in denen Licht und Hitze und Träume über Brasilien entfacht werden."

Trauer und Wut in Österreich

Zuversicht bei den Schweden, Trauer und Wut dagegen bei den unterlegenen Österreichern.

"Die Enttäuschung ist riesig", sagte Bayern-Profi David Alaba, der nach dem Führungstreffer durch den Stuttgarter Martin Harnik die Chance zum 2:0 hatte.

"Ich habe noch nie in einer Kabine gesessen, in der es nach einem Spiel so leise war", bekannte Bremens Abwehrspieler Sebastian Prödl.

Nur sein ehemaliger Werder-Kollege Marko Arnautovic war aufgeregt wie immer. In der Schlussphase war er wegen eines angeblichen Kopfstoßes des Feldes verwiesen worden.

"Diese Rote Karte war einfach nur lächerlich", schimpfte Arnautovic. Der türkische Referee Cüneyt Cakir sei auf eine Schauspieleinlage reingefallen: "Elmander ist zu 100 Prozent schuld, ich null Komma Josef."

Das hilft den Österreichern auch nicht mehr.

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