MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Klaas-Jan Huntelaar (r.) schied mit Oranje bei der EM schon in der Vorrunde aus © getty

Der Bondscoach setzt zu Beginn der WM-Qualifikation auf einen Schalker. Der ManUnited-Stürmer gibt sich nicht kampflos geschlagen.

München - Als Louis van Gaal seinen ersten Versuch als Bondcoach unternahm, sangen am Ende die deutschen Fußballfans höhnisch: "Ohne Holland fahr'n wir zur WM."

Im zweiten Anlauf soll alles anders werden: Der Ex-Trainer von Bayern München will nach dem EM-Debakel Oranje nach Brasilien führen - ein Scheitern wie 2002 ausgeschlossen.

Eine seiner ersten Aktionen war gleich eine umstrittene: Stürmerstar Robin van Persie ist seinen Stammplatz los, der "Tulpen-General" setzt auf den Schalker Klaas-Jan Huntelaar (DATENCENTER: WM-Qualifikation).

Kritik an van Persie

"Robin hat in den letzten Jahren in der Nationalmannschaft nicht gebracht, was er bringen musste", sagte van Gaal, der mit der Elftal am Freitag (20.30 Uhr) in Amsterdam gegen die Türkei in die WM-Qualifikation startet.

"Darum gebe ich vorläufig Klaas-Jan den Vorzug", erklärte van Gaal weiter und betonte, er habe van Persie in einem "guten Gespräch" darüber informiert.

Der Torschützenkönig der englischen Premier League in der vergangenen Saison, bei der EM in Polen und der Ukraine noch gesetzt, machte indes am Wochenende beste Werbung in eigener Sache.

Dreierpack für ManUnited

Nach seinen drei Toren für seinen neuen Klub Manchester United beim 3:2 in Southampton bewarb er sich gleich bei van Gaal um einen Platz neben Huntelaar.

"Ich stehe für jede Position zur Verfügung", sagte der 29-Jährige, der in 68 Länderspielen bislang 29 Tore erzielte: "Ich habe absolut nicht die Absicht, mich aus der Nationalmannschaft zurückzuziehen. Es ist immer noch eine Ehre, dabei zu sein. Das wird sich nie ändern. Nicht einmal, wenn ich die nächsten Partien nicht spiele."

Van Gaal hatte sich gleich nach seinem Amtsantritt auf Huntelaar als Mittelstürmer festgelegt, beim 2:4 gegen Belgien erzielte der Schalker sein 34. Länderspieltor.

Verzicht auf Bundesliga-Duo

Gegen die Türkei und am nächsten Dienstag in Ungarn verzichtet der neue Bonscoach zudem freiwillig auf den Neu-Hamburger Rafael van der Vaart und den Neu-Schalker Ibrahim Afellay sowie den zum AC Mailand gewechselten Ex-Hamburger Nigel de Jong und Gregory van der Wiel (Paris St. Germain).

"Sie haben zu wenig gespielt und haben im Augenblick mit ihren neuen Vereinen genug zu tun", sagte er.

Schwere Aufgabe für Deschamps

Eine ähnlich schwierige Aufgabe hat Frankreichs neuer Trainer Didier Deschamps. Der Weltmeister von 1998 soll nicht nur dafür sorgen, dass Les Bleus besser und erfolgreicher Fußball spielen als bei der EM, sondern auch ihr Image wieder aufpolieren.

Auch er hatte vor dem ersten WM-Qualifikationsspiel am Freitag (20.30 Uhr) in Finnland knifflige Personalfragen zu lösen.

In Jeremy Menez von Paris St. Germain, der nach dem Viertelfinal-Aus bei der EM Kapitän Hugo Lloris beschimpft hatte, holte er den ersten Verbannten nach einem Spiel Zwangspause in die Equipe Tricolore zurück.

Skandalöses Auftreten bei EM

"Was mich interessiert, ist die Zukunft, und er ist Teil davon", sagte Deschamps. Nach dem Viertelfinal-Aus bei der EM (0:2 gegen Spanien) und dem erneut skandalösen Auftreten einiger Spieler waren neben Menez auch Samir Nasri, Hatem Ben Arfa und Yann M'Vila aus dem Team verbannt worden.

Zumindest Ben Arfa und M'Vila, die mit Deschamps Vorgänger Laurent Blanc aneinandergeraten waren, dürfen ebenfalls auf ein baldiges Comeback hoffen: "Es kann schnell gehen", sagte Deschamps.

Nasri war vom französischen Verband FFF für drei Spiele suspendiert worden. Der Mittelfeldspieler vom englischen Meister hatte nach dem EM-Aus einen Journalisten übel beschimpft.

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