Der Moment, auf den sie so lange gewartet haben: Aus den Händen von UEFA-Präsident Michel Platini erhalten die Bayern den Henkelpott
Die Quoten beim Triumph der Bayern im Finale erreichten Rekord-Werte © getty

Auch im Sportjahr 2013 zog der Fußball mit Abstand die meisten Deutschen vor die TV-Bildschirme und dominierte alle Quoten-Ranglisten nach Belieben.

Der absolute Straßenfeger war das "German Endspiel" in der Champions League zwischen Bayern München und Borussia Dortmund.

21,61 Millionen Zuschauer verfolgten am 25. Mai die Live-Übertragung des "ZDF" vom 2:1-Erfolg der Bayern in Wembley - noch nie hatten mehr Fans in der Königsklasse eingeschaltet.

Zudem lockte keine TV-Sendung 2013 in Deutschland mehr Zuschauer vor die Bildschirme.

Auch der Münster-Tatort vom 24. März als attraktivste Nicht-Sport-Sendung des Jahres konnte mit 12,81 Millionen Zuschauern nicht mal ansatzweise mithalten.

"Als strategische Investition ist die Champions League für uns Gold wert", sagte Peter Frey, Chefredakteur des "ZDF". 50 Millionen Euro pro Saison soll der öffentlich-rechtliche Sender für die exklusiven Übertragungsrechte im Free-TV bezahlen.

Es lohnt sich - zumal auch die Plätze zwei und drei in den Top 10 der TV-Quoten 2013 an Champions-League-Knaller gingen: 15,91 Millionen sahen das Halbfinal-Rückspiel von Bayern München beim FC Barcelona (3:0), 13, 7 Millionen wollten sich Robert Lewanowskis Vier-Tore-Gala bei Borussia Dortmunds Kantersieg im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid (4:1) nicht entgehen lassen.

Erst danach, an Position vier, reihte sich der Münsteraner Tatort "Summ Summ Summ" ein.

Und erst nach dem DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart (3:2) mit 12,6 Millionen Zuschauern folgt im Sport-Ranking ein Spiel des Quotengaranten Nationalmannschaft.

Beim Länderspielklassiker zwischen Deutschland und England schalteten 12, 17 Millionen ein, drei weitere Begegnungen des DFB-Teams schafften es in einem Jahr ohne Großereignis in die Top-Liste.

Die deutschen Fußballerinnen verpassten diese zwar knapp - 8,91 Millionen Zuschauer beim EM-Triumph im Juli in Schweden durch den 1:0-Erfolg im Endspiel gegen Norwegen sind jedoch überraschend stark, zumal nicht zur Prime-Time, sondern am Nachmittag.

"Das ist eine Wahnsinns-Quote, darauf sind wir sehr stolz", sagte Nationalspielerin Saskia Bartusiak. Auch die 8,22 Millionen beim Halbfinalsieg überflügelten fast sämtliche Topereignisse abseits des Fußballs.

Allein der Boxkampf zwischen Weltmeister Wladimir Klitschko und Herausforderer Alexander Powetkin schaffte es aus den weiteren Sportarten in die Top 10.

Mit 11,02 Millionen schlug der vom Kölner Privatsender "RTL" übertragene Fight am 5. Oktober die kriselnde "ZDF"-Show "Wetten, dass ...?" um rund 4 Millionen Zuschauer.

An diese Zahlen kamen die Formel-1-Übertragungen längst nicht heran.

Im Durchschnitt aller 19 Saison-Rennen erreichte "RTL" 5,28 Millionen Zuschauer und blieb damit leicht unter der Marke der Vorsaison (5,58 Mio.) - wohl auch wegen der erdrückenden Dominanz von Weltmeister Sebastian Vettel.

Für eine absolute Top-Quote hätte sicher Sabine Lisickis Wimbledonfinale gegen die Französin Marion Bartoli sorgen können,

Rechte-Inhaber "Sky" und die "ARD" waren sich jedoch vor dem ersten Wimbledon-Endspiel einer deutschen Spielerin seit 1999 nicht über eine Übertragung des Matches auch im Free-TV einig geworden. So sahen nur 590.000 Zuschauer die Niederlage der Berlinerin im Pay-TV.

In diesen Regionen reihten sich auch die deutschen Spiele bei der Basketball-EM im September ein - allerdings im Free-TV.

Ohne Superstar Dirk Nowitzki sahen selbst das entscheidende Gruppenmatch gegen Großbritannien in der "ARD" nur 600.000 Zuschauer.

Die deutschen Handballer lockten dagegen starke sieben Millionen bei ihrem WM-Viertelfinale gegen Spanien (24:28/ARD) an - von "König Fußball" ist das allerdings ein ganzes Stück entfernt.

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