Die Diskussion über den Einsatz von Doping im deutschen Fußball hat in Italien bei Idol Sandro Mazzola frühere Zeiten aufleben lassen.

"Ich habe bei Spielen gegen deutsche Mannschaften diese komischen Augen bemerkt und dann gedacht: 'Da steckt etwas dahinter'", sagte der 70 Jahre alte Ex-Stürmerstar von Inter Mailand in einem Interview mit dem Rundfunksender "Radio Capital".

Mazzola nannte mit Blick auf Spiele in den 60er und 70er Jahren keine Namen, verglich die angeblich auffälligen Spieler allerdings wegen starrer Blicke und vergrößerter Pupillen mit Drogenabhängigen. Im legendären WM-Halbfinalklassiker zwischen der "Squadra Azzurra" und Deutschland 1970 in Mexiko (4:3 n.V.) allerdings will Mazzola "nichts bemerkt" haben.

In der am vergangenen Montag veröffentlichten Studie über Doping in Westdeutschland während des Kalten Krieges legen Autoren einen Doping-Fall im deutschen Vizeweltmeister-Team von 1966 nahe.

Die Forscher beziehen sich dabei auf einen Brief, in dem ein früherer FIFA-Funktionär auf "feine Spuren von Ephedrin" in den Dopingkontrollen von drei DFB-Spielern hinwies. Außerdem enthält der Abschlussbericht der Studie Anmerkungen zu jahrelangem Einsatz von Amphetaminen im deutschen Fußball.

Mazzola zufolge sollen allerdings im italienischen Fußball definitiv Medikamente zur Leistungssteigerung eingesetzt worden sein.

Der frühere Angreifer berichtete über Angebote für Dopingmittel: "Wenn man mir Tabletten gab, legte ich sie unter die Zunge - und spuckte sie dann wieder aus. Im Vergleich zu heute waren die Mittel altmodisch. Es waren Kapseln, Sympamin und besondere Zuckersubstanzen. Das war ganz anders als heute."

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