Manfred Ommer legt nach: Der frühere 200-m-Vizeeuropameister, der schon 1977 Doping eingeräumt hat, prangert nun auch Scheinheiligkeit im Fußball an.

"Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass im Fußball gedopt wird", sagte Ommer, der von 1986 bis 1994 Präsident beim zwischenzeitlich in der Bundesliga spielenden FC Homburg war, im "heute journal" des "ZDF":

"Der DFB hat das zu meiner Zeit als Präsident recht lasch behandelt. Aussagen wie 'Durch Doping schießt man keine bessere Ecke' sind natürlich idiotisch", sagte der 62-Jährige.

Zudem erneuerte Ommer die zuvor bereits in einem "WDR"-Interview erhobenen Vorwürfe gegen den in der Studie namentlich erwähnten Freiburger Sportmediziner Joseph Keul ("Er hat vor einer Leichtathletik-EM einen Vortrag über Anabolika gehalten").

"Freiburg war das Paradies für die Athleten", sagte er: "Das waren richtige Pilgerfahrten. Im Wartezimmer hat man alles gesehen, was Rang und Namen hatte, aus verschiedenen Sportarten. Und jeder wusste, warum man hier war."

Dagegen sei das Institut in Köln, wo Doping-Fahnder Manfred Donike wirkte, "die Hölle gewesen. Aber die Dopingproben dort waren natürlich absurd, weil jeder rechtzeitig abgesetzt hat. Wenn ich aber in der Studie lese, dass mein damaliger Präsident Kirsch (August Kirsch, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes von 1970 bis 1985, d. Red.) die Freiburger massiv unterstützt und Donike des übertriebenen Ehrgeizes beschuldigt hat, bleibt einem einfach nur die Spucke weg."

Er selbst habe gedopt, "um ein bisschen Chancen-Gleichheit herzustellen, weil man es nicht geschafft hat, die sieben Läufer neben mir clean zu halten", sagte Ommer.

Die Studie insgesamt bezeichnet er als "einen absoluten Knaller. Sie liest sich wie ein Krimi."

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