UEFA-Präsident Michel Platini kann mit der neuen Torlinien-Technologie nichts anfangen und streubt sich gegen die Einführung von technischen Hilfsmitteln.

"Ich will keine Maschinen im Fußball. Am Ende spielen auch noch Roboter gegeneinander. Außerdem: Die Torlinien-Technik ist viel zu teuer", hat der Franzose im Interview mit der "Bild" betont.

Vor allem der hohe Preis stößt bei Platini auf Ablehnung. "Für die europäischen Wettbewerbe müssten wir 50 Millionen Euro investieren. Wir setzen lieber auf fünf Schiedsrichter im Spiel, also auf die zusätzlichen Torrichter", stellte er klar.

Allerdings könne jeder "Nationalverband frei entscheiden, ob fünf Schiedsrichter oder die Technik".

FIFA-Präsident Sepp Blatter hatte bereits bekanntgegeben, dass die Torlinien-Technik bei der WM 2014 zum Einsatz kommen wird, getestet wird sie beim diesjährigen Confederations Cup.

Auch beim Financial Fair Play will Platini seine Linie knallhart durchsetzen. Vereinen wie Paris St.-Germain oder Manchester City könnte es dann an den Kragen gehen.

"Ab Mai 2014 wird Financial Fair Play umgesetzt. Wenn sich ein Klub nicht an die Regeln hält, die wir alle verabschiedet haben, werden wir keine Konzessionen machen", sagte Platini: "Da bin ich überhaupt nicht romantisch, da bin ich sehr deutsch."

Die WM-Vergabe 2022 nach Katar hält Platini weiterhin für die richtige Entscheidung, schränkt aber ein.

"Wegen der Hitze muss die WM im Winter ausgetragen werden. Bei über 40 Grad lässt sich kaum Fußball spielen und für die Fans wäre es auch schwer erträglich", erklärte er. Und: "Die Nachbar-Emirate müssen miteinbezogen werden, so dass die WM in der ganzen Region stattfindet."

Ob die Austragung der EM 2020 in 13 Ländern eine einmalige Sache bleibt, weiß der Franzose noch nicht.

"Das ist ein ganz tolles Abenteuer. Das machen wir jetzt erst mal so", sagte Platini.

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