Nach Ansicht von Korruptions-Bekämpferin Sylvia Schenk ist der Weltverband FIFA bei der Bekämpfung von Manipulationen im Fußball wegen seiner eigenen Bestechungsprobleme nur eingeschränkt handlungsfähig.

"Die FIFA hat keine Glaubwürdigkeit im Kampf gegen Spiel-Manipulationen, weil sie im eigenen Laden nicht aufräumt", sagte das Vorstandsmitglied von Transparency International Deutschland in der "ARD".

Laut Schenk muss der von Europol aufgedeckte Manipulationsskandal vor allem ein "Weckruf für die Politik sein, ausreichende Ressourcen für solche Ermittlungen zur Verfügung zu stellen".

Wie Europol-Direktor Rob Wainright geht auch Schenk davon aus, dass die am Montag veröffentlichten Ermittlungs-Ergebnisse nur die Spitze eines Eisbergs sind.

"Bei Korruptionsverfahren sehen wir fast immer, dass noch sehr viel mehr dahinter steckt. Davon kann man auch in diesem Fall ausgehen", sagte Schenk, die für den deutschen Profifußball keine generelle Entwarnung geben will: "Die relativ hohen Gehälter in der Bundesliga sorgen zwar für ein geringeres Risiko, es wird aber auch mit Erpressung gearbeitet."

Schenks Gesprächspartner Willi Lemke sprach sich für die Einführung des Videobeweises aus, um "der Gefahr von Manipulationen durch Schiedsrichter entgenenzuwirken".

Der Aufsichtsratsvorsitzende von Bundesligist Werder Bremen regte zudem eine Amnestie für Kronzeugen an. "Wir solten die Debatte zum Anlass nehmen, um reinen Tisch zu machen. Wenn sich Spieler aus unteren Ligen melden, sollten sie nur eine geringe Strafe bekommen."

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