Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger rechnet weiter mit seinen ehemaligen Weggefährten ab.

In der "Welt am Sonntag" legte Zwanziger gegen Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß, der schon in der Autobiografie "Die Zwanziger Jahre" kritisiert worden war, nach.

"Er hat mich maßlos enttäuscht, vor allem im internationalen Bereich mit pauschalen Sprüchen der Kategorie 'Alle sind korrupt' und 'Ich weiß alles besser' und des gleichzeitigen Fehlens der Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen", erklärt er.

"Er hatte das Angebot, statt mir in die Exekutive des Weltverbandes zu gehen. Das hat er abgelehnt. Darum haben mich all seine Äußerungen so enttäuscht. Er ist ein Mann, der unglaublich viel geleistet hat im Fußball. Er nutzt seine Bekanntheit aber leider nicht dazu, Gräben zuzuschütten, sondern er reißt sie auf."

Zwanziger hätte Hoeneß oder Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gern in der FIFA gesehen: "Aber das wollten sie nicht. Da muss ich sagen: Nur in den Talkshows die Sprüche raushauen, langt auf Dauer nicht."

Auch die Arbeitsweise des neuen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach kritisierte Zwanziger, hierbei vor allem dessen angeblich halbherziges soziales Engagement.

"Mir ist aufgefallen, dass mein Freund und Nachfolger Wolfgang Niersbach mir zu schnell und zu oft die Rückkehr des DFB zum Kerngeschäft betont hat", sagte Zwanziger.

"Kerngeschäft? Man kann mir ja vorwerfen, dass ich ein Sozialromantiker bin. Dieser Vorwurf wäre aber nur dann despektierlich, wenn ich gleichzeitig die Nationalmannschaft, die Nachwuchsförderung oder den Amateurfußball vernachlässigt hätte. Meine Botschaft ist aber, dass man beides tun muss: den sportlichen Bereich stark halten und sich der gesellschaftlichen Verantwortung stellen."

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