Ziemlich verschnupft hat Ex-Meister-Trainer Christoph Daum bei "Sky90" reagiert, als er am Sonntag im Fußball-Talk auf seine Kokain-Affäre von 2000 angesprochen wurde.

"Ich finde die Diskussion absolut beschissen hier. Hätte ich das gewusst, als ich vorher hier reingekommen bin, wäre ich auch nicht gekommen. Ich kann das nicht ausradieren. Ich habe auch oft gesagt, ich gehe nicht mehr in irgendeine Sendung, wo das Thema thematisiert wird", sagte der 58-Jährige, der im Oktober 2000 aufgrund eines positiven Drogentestes als Chefcoach bei Bundesligist Bayer Leverkusen zurückgetreten war und auch seine Chancen auf den Bundestrainerposten begraben musste.

Daum führte angefressen weiter aus: "Ihr erzählt immer wieder: Jeder kann mal einen Fehler machen, keiner ist fehlerfrei, jeder hat eine zweite Chance verdient. Dann wird wieder gesagt: Da läuft dir doch ein Schauer über den Rücken, wenn man die Bilder sieht."

Er habe versucht, in vielen Vereinen Vertrauen zurückzugewinnen. Er könne nicht immer wieder auf diese Dinge von 2000 eingehen. Daum: "Ich kann die Dinge nicht ungeschehen machen. Ich habe mich entschuldigt und habe wieder angefangen, Vertrauen aufzubauen."

Reiner Calmund, zum Zeitpunkt der Daum-Demission in Leverkusen Geschäftsführer des Werksklubs, äußerte sich ebenfalls zum Fall: "Ich habe zu ihm damals gesagt: 'Mensch Christoph, auch wenn du so einen Scheiß damals gebaut hast - wärst du doch zu Rudi Völler oder zu mir gekommen. Wir sind deine Kumpels und wir hätten dir in der Situation geholfen. Wenn einer mal Scheiße gebaut hat, muss man sich auch wieder vertragen können."

Er sei froh, "dass wir diese Krise überstanden haben". Das Leben sei zu kurz, "um sich immer zu zanken und deswegen bin ich froh, dass wir heute wieder ein freundschaftliches Verhältnis haben".

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