DFB-Beraterin Tatjana Eggeling hat Verständnis dafür, wenn Fußballprofis ihre Homosexualität nicht preisgeben möchten.

Die 49 Jahre alte Kulturwissenschaftlerin berät den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und homosexuelle Profisportler in dieser Thematik.

In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte die Expertin, ein homosexueller Spieler habe zwar nichts von den eigenen Fans zu befürchten, er müsse jedoch mit Schmähgesängen gegnerischer Fans rechnen.

"Ich habe aber auch Verständnis dafür, wenn sich jemand zugunsten seiner Karriere nicht outen möchte", betonte sie.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich ein schwuler Fußballprofi im Gespräch mit dem "Fluter", dem Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung, über seine Homosexualität geäußert - anonym aus Angst vor den Folgen eines Outings.

Eggeling unterstrich, Homophobie und die Angst vor einem Outing seien im Sport keineswegs ein reines Problem des Fußballs. "Homophobie gibt es überall, auch in Individualsportarten." Dort gebe es allerdings kein Team, das einen als "Nestbeschmutzer" beschimpfen könnte.

"Dennoch ist es auch dort nicht leicht, sich öffentlich zu outen, vor allem im Hochleistungssport", sagte die Wissenschaftlerin. "Auch dort geht es um Geld, Sponsoren und um das Zusammentreffen von Gegnern hinter den Kulissen."

Einfacher hätten es die Profifußballerinnen. "Fußball ist schon seit vielen Jahren eine Sportart, in der viele Lesben mitgespielt haben. Damit konnten auch alle recht gut leben - Vereine, Trainer und Fans", sagte die DFB-Beraterin.

"Aber auch bei den Frauen können wir beobachten, dass nichts so richtig offiziell ist."

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