DFB-Vizepräsident Rainer Milkoreit hat nach den Drohungen im Internet gegen den Leipziger Daniel Frahn durch Fans des Stadtrivalen Lok Leipzig Stadionverbote gefordert.

"Wir werden es nicht tolerieren, dass einige Chaoten den Fußball missbrauchen, um ihre Aggressionen auszuleben und nun auch noch bewusst die Privatsspähre der Spieler angreifen", sagte Milkoreit, zugleich Vorsitzender des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV).

Allerdings betonte der ranghöchste Fußballfunktionär des Ostens auch, dass in solchen Fällen das Problem häufig in den anonym formulierten Internet-Einträgen liege.

Dadurch sei es kompliziert, die Personen zu identifizieren. Milkoreit bewertete die zuletzt zunehmende Anzahl von Fan-Attacken gegen Fußball-Spieler als "eine sehr besorgniserregende Entwicklung".

Nur sechs Tage nach der Flucht des Kölner Profis Kevin Pezzoni hatte ein weiterer Fall in Leipzig am Donnerstag für Aufsehen gesorgt.

Kapitän Frahn vom Regionalligisten RB Leipzig wurde im Internet von Anhängern des Stadtrivalen Lok Leipzig massiv bedroht. "Frahn denk immer daran, wenn Du nachts unterwegs bist, du bist nie allein unterwegs. Lok ist in der Stadt", schrieb ein Nutzer auf der offiziellen Facebook-Fanseite des Profis.

Allerdings hatte der 25-Jährige den Streit zuvor auf seiner eigenen "Facebook"-Seite durch scharfe Aussagen angeheizt und Lok-Fans wegen deren Verhalten rund um das Stadtderby am letzten Sonntag (3:1 für RB) attackiert.

"Schämt euch", schrieb der Angreifer. "Wie krank und bescheuert muss man sein, als Fußballfan Frauen und Rentner zu schlagen", so Frahn. "Ich hoffe, solche Idioten bekommen irgendwann die richtige Strafe." Die Einträge wurden mittlerweile gelöscht.

Auch die Polizei ist mittlerweile hellhörig geworden. "Wir beobachten den Fall und prüfen, ob eine Bedrohung vorliegt.

Eine Beleidigung müsste der Fußballspieler selbst bei der Polizei anzeigen. Das ist aber bislang noch nicht der Fall gewesen", sagte Uwe Voigt, Pressesprecher der Polizeidirektion Leipzig.

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