Die Vertragsfußballer-Gewerkschaft VdV schlägt nach dem Fall Kevin Pezzoni mit einem drastischen Szenario Alarm.

"Wir verfolgen den Fall mit Schrecken. Wenn das so weitergeht, haben wir bald Verhältnisse wie in Mexiko, wo Spieler schon zu Tode gejagt wurden. Auch in Südafrika gab es solche Fälle", sagte VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky der "Bild-Zeitung".

Baranowsky hat im Fußball eine erhöhte Bereitschaft zu Anfeindungen und offener Gewalt ausgemacht.

"Die Hemmschwelle wird immer niedriger, die Hysterie immer größer", sagte der 38-Jährige. Als Beleg nannte er Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:

"Autos werden zerkratzt, einem Spieler wurde das Wadenbein gebrochen, einem anderen nach einem Disco-Besuch die Nase. In Dresden wurden als Drohung elf Gräber ausgehoben."

Pezzoni, Abwehrspieler des Bundesliga-Absteigers 1. FC Köln, hatte um Auflösung seines Vertrages gebeten, nachdem er vor seiner Haustür und im Internet von FC-Hooligans bedroht worden war.

Generell sieht Baranowsky das Internet als Plattform für Diffamierungen.

"Die Angriffe der Fans werden teilweise über Facebook angeheizt. Da müssen die Vereine, die Fans, die Polizei, DFL und DFB gemeinsam aktiv werden, damit die Situation nicht weiter eskaliert." Der Fall Pezzoni müsse Sanktionen zur Folge haben.

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