Fußball-Profis sind laut Einschätzung des renommierten Medienwissenschaftlers Dr. Christoph Bertling nicht auf den Druck seitens der Medien und Fans vorbereitet.

"Sie sind nicht vernünftig geschult, sie können mit dem hohen sozialen Druck nicht umgehen", sagte Bertling, der am Institut für Kommunikations- und Medienforschung der Deutschen Sporthochschule Köln arbeitet.

Fußball-Profis seien stets mit einer "sehr hohen Erwartungshaltung einer anonymen Masse" konfrontiert. Daher müsse man ihnen "schon in der Ausbildung klarmachen, dass der Wettkampf nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Tribünen stattfindet".

Wenn es zu spät sei, ein Spieler bereits verunsichert oder ängstlich sei, setze eine "Spirale irrationalen Verhaltens" ein. "Wenn ich Angst habe, handle ich nicht mehr vernünftig, das Umfeld erwartet es aber von mir", sagte Bertling.

Der promovierte Sportwissenschaftler sieht keine Eskalation der Fan-Problematik auf breiter Front, aber "ein schleichendes Problem, aus dem immer wieder Speerspitzen entstehen, wie das jetzt bei Kevin Pezzoni der Fall war".

Pezzoni, Abwehrspieler des Zweitligisten 1. FC Köln, hatte um Auflösung seines Vertrages gebeten, nachdem er von Hooligans bedroht worden war.

Weiterlesen