Nur sieben Prozent der Deutschen halten die Funktionäre des Weltverbandes FIFA für unbestechlich. Mehr als jeder Zweite vermutet in der FIFA unsaubere Machenschaften. Das ergab eine im Handelsblatt veröffentlichte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts "Yougov".

Der europäische Verband UEFA und das Internationale Olympische Komitee (IOC) schneiden in der Studie kaum besser ab. Nur neun Prozent der Befragten glauben, dass sich UEFA-Funktionäre nicht kaufen lassen, lediglich zehn Prozent vertrauen in dieser Hinsicht dem IOC.

Die nationalen Sportverbände genießen einen etwas besseren Ruf: Immerhin 19 Prozent der Deutschen vermuten, dass die Offiziellen im Deutschen Fußball-Bund (DFB) und im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) unbestechlich sind.

Insgesamt kommt die Studie zu der Erkenntnis, dass das Image der Funktionäre allgemein arg lädiert ist. Besonders die Negativberichterstattung nach der umstrittenen Doppelvergabe der Fußball-WM nach Russland (2018) und Katar (2022) durch die FIFA habe dazu beigetragen.

Die Verbände sehen sich selbst in besserem Licht. Das IOC vermied eine direkte Stellungnahme zur Umfrage, verwies aber darauf, dass man großen Wert auf verantwortungsvolles und ethisches Handeln lege. DFB-Pressechef Ralf Köttker sagte, interne Studien kämen zu "völlig anderen Aussagen". Der Verband werde als "modern, offen und erfolgreich" wahrgenommen.

Die FIFA reagierte auf die Umfrage mit der Bemerkung, es habe sich "Vieles bei der FIFA geändert in den letzten 18 Monaten". Präsident Joseph S. Blatter, der nach den Schmiergeldaffären 2011 in Erklärungsnot geraten war, gelobte Besserung. So erhalte zum Beispiel die Ethikkommission nach den jüngsten Beschlüssen beim Kongress in Budapest zwei unabhängige Kammern für Ermittlungen und für die Rechtsprechung.

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