Der traditionsreiche FCM hat seit Jahren ein erstligareifes Stadion. Sportlich hinkt der Klub hinterher. Ein Streit eskaliert.

Mit seinem Stadion könnte sich der 1. FC Magdeburg seit Jahren schon in der Bundesliga sehen lassen.

Komplett überdacht, Platz für knapp 30.000 Zuschauer, 15 Logen, 430 Business-Seats. Für die Kommerz-Maschinerie Profi-Fußball sicherlich nicht die schlechtesten Voraussetzungen.

Sportlich hinkt der Traditionsverein aber schon seit der Wende den gehobenen Ansprüchen weit hinterher. Daran hat sich auch mit der Eröffnung der neuen Arena im Jahr 2006 nichts geändert.

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Lange schon ist die Regionalliga die Heimat des Europacupsiegers von 1974. Die möchte der FCM selbstredend genauso lange schon hinter sich lassen. Doch in jeder Saison folgte den großen Erwartungen sehr früh die Ernüchterung.

Auch in der laufenden Spielzeit droht den Magdeburgern das altbekannte Schicksal. Nach drei Spielen finden sie sich mit drei Punkten in der zweiten Tabellenhälfte wieder.

Dabei waren sie doch nach dem Aufstieg des millionenschweren Retorten-Klubs RB Leipzig in die Dritte Liga zumindest als Mitfavorit auf den Staffelsieg in der Regionalliga Nordost gestartet.

Doch statt mit sportlichen Erfolgen sorgt der Klub von der Elbe vor allem mit öffentlich ausgetragenen Animositäten zwischen Trainer und Kapitän für Schlagzeilen.

Der ehemalige Zweitliga-Profi Marco Kurth hatte nach dem Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen Energie Cottbus kein gutes Haar an den Angreifern seines Teams gelassen ? und wurde dafür prompt von Trainer Andreas Petersen in die zweite Mannschaft verbannt. Offiziell aus rein sportlichen Gründen.

Dass die Beziehung zwischen den beiden schon länger als stark belastet gilt, ist ein offenes Geheimnis. Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass Kurth von Petersen suspendiert wurde.

Im April schon war der Vater des Bremer Profis Nils Petersen verbal mit dem Mittelfeldspieler aneinandergeraten und musterte ihn aus. In dem Zusammenhang attestierte er dem Routinier auch noch, er wirke depressiv.

Nachdem daraufhin über eine schwere Krankheit des ehemaligen Auer Zweitliga-Profis spekuliert wurde, sah sich der Verein zu einer Klarstellung veranlasst: Mit der Aussage sei nicht die Behauptung verbunden gewesen, dass Kurth an Depressionen leiden würde.

Während Kurth noch auf unbestimmte Zeit außen vor bleibt, musste die Mannschaft einen weiteren Rückschlag hinnehmen.

Vor einigen Tagen zog sich Verteidiger Stephan Neumann im Training einen Kreuzbandanriss und einen Meniskusschaden zu. Das Magdeburger Urgestein, das mit einer kurzen Unterbrechung seit 1991 für den FCM spielt, wird frühestens zur Rückrunde wieder fit sein.

Die Magdeburger gehen also reichlich angeknockt ins erste echte Kräftemessen der neuen Regionalliga-Saison. Am kommenden Sonntag ist der ebenfalls ambitionierte FC Carl-Zeiss Jena zu Gast.

Bei einer weiteren Niederlage droht der FCM den Aufstieg auch in dieser Saison schon wieder viel zu früh aus den Augen zu verlieren.

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