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Präsident Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bedauert den verletzungsbedingten Ausfall von Ilkay Gündogan für die WM in Brasilien:

"Wenn ich ehrlich bin, hatte ich die ganze Zeit noch gehofft, dass Ilkay Gündogan vielleicht doch wieder spielen kann. Das ist ein fantastischer Junge, und dass er so lange ausfällt, ist bitter. Er wäre ein so wichtiger Spieler gewesen", sagte Niersbach im SPORT1-Interview.

Gündogan hat seit Mitte August wegen einer Rückenverletzung kein Spiel mehr bestritten.

Im Trainingslager des DFB-Teams in Südtirol (ab Mittwoch) müsse neben dem körperlichen und psychischen Auftanken der Mannschaft die Entwicklung des Teamgeists im Mittelpunkt stehen:

"Alle Beteiligten müssen einen Teamspirit hinbekommen, das ist elementar. Das mag altmodisch klingen, aber ich weiß, wovon ich spreche. 1990 waren wir vom ersten Tag in Malente bis zum letzten Tag in Rom 42 Tage mit 40 Männern zusammen. Da muss alles passen. 1994 in den USA ist uns das nicht gelungen - obwohl der Kader vielleicht sogar besser war", sagte Niersbach bei SPORT1.

Dem wegen Steuerhinterziehung verurteilten Ex-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß wird Niersbach nach jetzigem Stand wohl keinen Besuch im Gefängnis abstatten.

"Die Besuchsmöglichkeiten sind ja sehr eingeschränkt, deshalb wohl eher nicht", sagte Niersbach der "Sport Bild" (Mittwoch-Ausgabe).

Niersbach habe "in der ganzen schwierigen Zeit" Kontakt zu Hoeneß gehalten und ist sich sicher, "dass er diese bittere Geschichte abschließen will. Die ganze Situation ist ein Stück weit surreal".

Hoeneß war am 13. März vom Landgericht München wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Am Tag danach legte er seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratschef beim FC Bayern nieder. Wann genau Hoeneß seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech antreten wird, ist derzeit noch unklar.

"Mein Respekt und meine Anerkennung ihm gegenüber bleiben", sagte Niersbach dennoch. Der 63-Jährige ist sich hingegen nicht sicher, ob Hoeneß nach seiner Haftstrafe tatsächlich wie angekündigt zum deutschen Rekordmeister zurückkehren wird.

"Das muss man abwarten. Er hat die Steuerhinterziehung als den Fehler seines Lebens beschrieben. Dafür hat er eine Strafe bekommen", sagte Niersbach.

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