Vor Eröffnung seines Mordprozesses am 3. März will Oscar Pistorius nach Berichten südafrikanische Medien den Eltern der getöteten Reeva Steenkamp rund 220.000 Euro zahlen.

Kenny Oldwage, Anwalt des Paralympic-Stars, lehnte auf Anfrage der französischen Nachrichtenagentur "AFP" einen Kommentar dazu ab.

Laut "The Times" wollen die Anwälte des 26-Jährigen die finanzielle Regelung über rund drei Millionen Rand treffen, um einer möglichen Zivilklage der Familie Steenkamp aus dem Weg zu gehen.

Reeva Steenkamp, die als Top-Model in Südafrika über ein komfortables Einkommen verfügte, hatte zusammen mit ihrem Halbbruder die in Ruhestand lebenden Eltern finanziell unterstützt.

Im Strafprozess droht dem sechsmaligen Paralympics-Siegers eine lange Haft.

Wird Pistorius wegen Mordes verurteilt, ist lebenslänglich wahrscheinlich.

Kommt das Gericht zu dem Schluss, die Schüsse auf Steenkamp seien grob fahrlässig gewesen, müsste Pistorius bis zu 15 Jahre hinter Gitter.

Der Prothesen-Sprinter Pistorius hatte zugegeben, am Valentinstag dieses Jahres seine damalige Freundin erschossen zu haben - angeblich versehentlich.

Reeva Steenkamp wäre am Montag, als Pistorius vor Gericht das Datum des Prozessauftaktes erfuhr, 30 Jahre alt geworden.

Zweifel an der Darstellung des Tatablaufs durch Pistorius machten die Eltern Steenkamps deutlich.

Nachdem sie lange geschwiegen hatten, berichteten sie zuletzt von heftigen Streitereien zwischen dem Paar, das zum Zeitpunkt des tödlichen Vorfalls fünf Monate liiert war.

Südafrikanische Medien berichteten inzwischen, die Staatsanwaltschaft plane weitergehende Untersuchungen gegen Pistorius wegen öffentlichen Waffengebrauchs in zwei Fällen.

Er soll in Stress-Situationen mehrfach ausgerastet sein, dabei einem Freund in einem Lokal in den Fuß geschossen und in einem anderen Fall aus dem fahrenden Auto in die Luft geschossen haben.

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