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Die Zitterpartie für den einstigen Frauenfußball-Erfolgsklub FCR Duisburg nimmt kein Ende. Am Mittwoch wurde die Entscheidung darüber, ob der finanziell schwer angeschlagene UEFA-Cup-Sieger von 2009 den Spielbetrieb in der laufenden Bundesliga-Saison fortsetzen kann, erneut verschoben.

"Die intensiven Verhandlungen um die Zukunft des FCR werden konzentriert weitergeführt; selbstverständlich sind die zuständigen Gremien des DFB und der entsprechenden regionalen Verbände in diese Bemühungen eingebunden. Möglicherweise dauert es aber noch bis zum Monatsende, ehe ein endgültiges Ergebnis vorliegt", teilte der deutsche Meister von 2000 mit.

Angesichts eines seit Jahresbeginn laufenden Insolvenzantrages befindet sich der FCR seit Monaten in Gesprächen mit dem Männer-Drittligisten MSV Duisburg über eine Übertragung des kompletten Spielbetriebes im Jahr 2014.

Wie der MSV am Mittwochabend mitteilte, hat er einen entsprechenden Antrag am Montag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingereicht. Wird dieser stattgegeben, könnte der FCR unter neuem Namen weiter in der Bundesliga spielen.

Auf der Vereinshomepage veröffentlichte der FCR noch am Mittwochnachmittag einen Appell an seine Mitglieder, bis Freitagabend einen Ummeldeantrag für den Übertritt zum MSV einzureichen.

Scheitert das Rettungskonzept, stünde Duisburg als Absteiger fest, alle bisherigen Spiele würden annulliert. Im Sommer hat sich bereits der SC 07 Bad Neuenahr aus finanziellen Gründen aus dem Oberhaus zurückziehen müssen.

Im Januar hatte der FCR beim Amtsgericht Duisburg einen Insolvenzantrag gestellt und fünf Monate später ein akut drohendes Aus nach Zusagen von Sponsoren über 200.000 Euro noch abwenden können. Von diesen versprochenen Mitteln waren Stand Montag nach Klubangaben nur 80.000 Euro honoriert worden.

Der FCR, der aus der 1977 gegründeten Frauen-Abteilung des FC Rumeln-Kaldenhausen hervorgegangen war und seit 2001 als selbstständiger Frauenfußball-Verein besteht, gehört mit der Meisterschaft im Jahr 2000, drei Pokalsiegen (1998, 2009, 2010) sowie dem Europapokal-Triumph vor vier Jahren zu den erfolgreichsten Klubs im deutschen Frauenfußball.

Die finanzielle Notlage wurde erstmals im Sommer 2012 öffentlich, als der Klub eine Insolvenz abwendete. Als eine Leistungsträgerin nach der anderen den Verein verließ, ging es auch sportlich rapide bergab. 2012 beendete der FCR die Saison als Vierter, in der vergangenen Spielzeit nur noch auf Rang neun.

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