Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erwartet durch den EM-Titel der Frauenfußball-Nationalmannschaft in Schweden auch in der Bundesliga einen Aufwärtstrend - nimmt dafür aber die Vereine deutlich in die Pflicht.

"Natürlich wird auch die Liga, in der ja ein Großteil unserer Spielerinnen an jedem Wochenende zu sehen sind, ein erhöhtes Interesse erfahren", sagte Steffi Jones, DFB-Direktorin für Frauen- und Mädchenfußball, im Interview mit "dfb.de".

"Nachhaltigkeit können wir aber nur erzielen, wenn wir auch an den Strukturen arbeiten: Das fängt bei den Sportstätten an, geht über die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, bis hin zu der Gewinnung von Sponsoren.

Da sind die Voraussetzungen in den Vereinen leider noch zu unterschiedlich. Ich sehe auch die Vereine in der Pflicht."

Es sei "wichtig, dass die Strukturen in den Vereinen professionalisiert werden, da gibt es leider noch zu viele Unterschiede", sagte Jones.

Der DFB versuche, in diesem Prozess unterstützend einzugreifen.

"Das TV-Geld von 180.000 Euro pro Verein und Saison ist gekoppelt an die Schaffung von zwei hauptamtlichen Stellen - des Trainers und Geschäftsführers oder Managers", sagte sie. Zudem biete der Verband "Workshops" an und strebe in der Kommission Frauen-Bundesligen die Einführung des Ligastatuts an.

Bislang allerdings war es dem Frauenfußball nicht gelungen, "nach einem erfolgreichen Turnier" der Nationalmannschaft "dieses gesteigerte Interesse dauerhaft in den Ligaalltag zu transferieren".

Das sei "die große Herausforderung", sagte die ehemalige Nationalspielerin.

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