Melanie Behringer (r. mit Henry) wechselte 2010 vom FC Bayern nach Frankfurt © getty

Der 1. FFC Frankfurt verliert auch das Champions-League-Finale. Olympique Lyon verteidigt mit einer starken Leistung den Titel.

Aus dem Münchner Olympiastadion berichtet Mathias Frohnapfel

München - Der große Traum endete in Tränen: Der 1. FFC Frankfurt hat das Champions-League-Finale gegen Titelverteidiger Olympique Lyon mit 0:2 verloren.

Für Lyon trafen Eugenie Le Sommer (15.) und Camille Abily (29.). Die Frankfurterinnen stehen nach dem ebenfalls verlorenen DFB-Pokalfinale nach einer turbulenten Saison mit leeren Händen da und müssen sich mit den Silbermedaillen trösten.

Das Team von Trainer Sven Kahlert steht in der Meisterschaft auf Platz vier und ist somit in der nächsten Saison - Fußballwunder ausgenommen - nicht in der Champions League dabei.

Die Französinnen feierten indes frenetisch ihre nun amtlich bestätigte Dominanz im europäischen Frauenfußball, nachdem sie bereits im Halbfinale Turbine Potsdam aus dem Wettbewerb geworfen hatten.

Smisek ist enttäuscht

"Wir haben den einen Fehler von Lyon nicht ausgenutzt", meinte Trainer Sven Kahlert.

"Wir haben akribisch auf diesen Tag hingearbeitet und wollten wenigstens diesen, den größten Titel nach Frankfurt holen. Aber wenn man in so Spielen wie heute keine Tore schießt, kann man auch kein Finale gewinnen", sagte Nationalspielerin Sandra Smisek.

"Wir müssen nach vorne schauen. Wir sind langfsritig gut aufgestellt. Der FFC Frankfurt wird es verkraften, zwei Finals verloren zu haben", sagte Manager Siegfried Dietrich, der sich zumindest über ein Trostpflaster von 200.000 Euro freuen durfte. Lyon erhielt 250.000 Euro.

Neuer Rasen für 400.000 Euro

Das Olympiastadion, das bis 2005 Heimstätte des FC Bayern war, war eigens für das Finale wieder in eine Fußballarena umgewandelt worden.

Für 400.000 Euro wurde ein neuer Rasen verlegt.

Die Champions-League-Finaltage in München, die am Samstag mit dem Herrenfinale Bayern gegen Chelsea gekrönt werden, fanden vor 50.212 Zuschauern einen standesgemäßen Start.

Die Frankfurterinnen mussten in dem wichtigen Spiel auf Lira Bajramaj verzichten, die sich beim Pokalendspiel gegen den FC Bayern verletzt hatte.

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Zudem fehlten verletzt auch die Nationalspielerin Kim Kulig und Keeperin Nadine Angerer.

Ihren Posten nahm wie zuletzt Desiree Schumann ein.

Strafstoß bringt Lyon in Führung

Und die Frankfurter Torhüterin sah einen guten Auftakt ihrer Vorderleute, die sich gleich zu Beginn Feldvorteile verschafften.

Doch unter den Augen prominenter Ehrengäste wie DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge fiel der Führungstreffer auf der anderen Seite.

Nach einem Foul von Melanie Behringer an Shirley Cruz Trana entschied Schiedsrichterin Jenny Palmqvist ohne Zögern auf Strafstoß.

Und Le Sommer ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, die französische Nationalspielerin verwandelte sicher ins von ihr aus gesehen rechte Eck (15.).

Die Französinnen blieben gefährlich und hatten Pech mit einem Kopfball von Wendy Renard, der an den Pfosten klatschte (25.). Der Favorit besorgte indes auf geradezu artistische Weise das zweite Tor.

Nachdem Schumann noch per Kopf vor der heranstürmenden Schwedin Lotta Schelin gerettet hatte, nutzte Abily den Abpraller aus 22 Metern mit einer wuchtigen Volleyabnahme (29.).

Frankfurt zu nachlässig

Trotz des Schocks rappelte sich der 1. FFC auf und hatte noch vor dem Pausenpfiff zwei große Möglichkeiten.

Zuerst vergab Kerstin Garefrekes (42.) im Duell mit Lyons Torfrau Sarah Bouhaddi, dann versiebte Melanie Behringer eine Hundertprozentige.

Garefrekes hatte die Ex-FCB-Spielerin perfekt freigespielt, doch der versagten freistehend auf Höhe des Elfmeterpunkts die Nerven (45.).

Lyon weiter überlegen

Nach der Pause erwischten die Französinnen den besseren Start, doch Schumann parierte glänzend gegen Schelin (53.), zudem zielte Le Sommer bei einem schönen Volleyversuch übers Gehäuse (57.).

Der deutsche Vizemeister bemühte sich zwar druckvoll nach vorne zu spielen, letztlich blieben aber viele Aktionen zu ungenau.

Erst in der Schlussphase der zweiten Hälfte hätte der Anschlusstreffer der Hessinnen fallen können.

Doch erst ließ Behringer die nächste Großchance liegen (73.), dann setzte Dzsenifer Marozsan den Ball knapp neben das Tor (75.).

Die Französinnen blieben ihrerseits bei Kontern hochgefährlich und zelebrierten einen hochverdienten Finalsieg.

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