Kathrin Längert (l.) kam 2009 aus Duisburg zum FC Bayern © getty

Im Pokal-Finale der Frauen will der Champions-League-Finalist den ersten Titel. Die Münchnerinnen sind erstmals seit 22 Jahren dabei.

Köln - Für Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt beginnt die "Woche der Wahrheit", für Herausforderer Bayern München könnte es ein "historischen Tag" werden.

Fünf Tage vor dem Champions-League-Finale wollen die Frankfurterinnen am Samstag (ab 15.55 Uhr im ) in Köln beim 32. DFB-Pokalfinale Selbstvertrauen für die Königsklasse tanken und den Traum der Bayern vom ersten Pokalsieg und dem möglichen Doppeltriumph mit den Männern platzen lassen.

Angesichts der erneut verpassten Meisterschaft stehen die Hessinnen unter Druck.

"Wir haben sportlich in dieser Saison noch nichts erreicht und wollen jetzt in Köln in unserem ersten Endspiel alles dafür tun, um zunächst das Pokalfinale für uns zu entscheiden", sagte FFC-Trainer Sven Kahlert.

Beim zwölften Endspiel giert der Rekordsieger nach dem neunten Triumph, für die Bayern dagegen wäre es nach den erfolglosen Finalteilnahmen 1988 und 1990 eine Premiere.

"Ein Riesenanreiz"

"Das letzte Finale ist 22 Jahre her. Das ist ein Riesenanreiz. Es kann ein historischer Tag werden", sagte Bayern-Trainer Thomas Wörle.

Dabei haben die Bayern bereits Pokal-Geschichte geschrieben: Mit dem doppelten Einzug ins Pokalfinale bei den Männern und Frauen sorgte der Verein für ein Fußball-Novum.

Der Tabellensechste der Bundesliga fühlt sich pudelwohl in der Rolle des Underdogs.

"Ich sehe bei uns keinen Druck, für Frankfurt dagegen wäre eine Niederlage eine absolute Enttäuschung", sagt Wörle, dessen Team mit dem Rückenwind eines 2:0-Erfolgs gegen den FCR Duisburg am Sonntag in die Partie geht.

Frankfurt im Champions-League-Finale

Das mit zahlreichen Nationalspielerinnen gespickte Star-Ensemble aus Frankfurt dagegen musste nach dem 1:3 bei Spitzenreiter Turbine Potsdam die letzten Meisterschaftshoffnungen ad acta legen.

Als Tabellenvierter hinter dem VfL Wolfsburg und Duisburg müsste Frankfurt zudem das Finale der "Königsklasse" in München gegen Olympique Lyon gewinnen, um in der nächsten Spielzeit wieder international spielen zu dürfen.

Ein Szenario, das Siegfried Dietrich nicht gefällt. "Es wäre extrem traurig, wenn wir nächste Saison nicht in der Champions League spielen würden", sagte der FFC-Manager.

"Sind das bessere Team"

Die Bayern hoffen, dass die Frankfurterinnen gedanklich schon in München sind. "Das Champions-League-Finale ist eine Stufe höher einzuordnen. Da willst du dich vorher nicht verletzten, das ist in den Köpfen drin", sagte Wörle.

An Selbstbewusstsein mangelt es den FFC-Spielerinnen aber nicht.

"Ich denke, dass wir das bessere Team sind", sagte Nationalspielerin Melanie Behringer, die von 2008 bis 2010 bei den Bayern spielte und deren Teamkolleginnen Nadine Angerer, Kim Kulig und Alexandra Krieger weiter fehlen.

München muss ohne Julia Simic und Petra Wimbersky auskommen.

Nur 14.000 Karten verkauft

Für die dritte Auflage des eigenständigen Finales, das bis 2015 in Köln ausgetragen wird, sind bislang 14.000 Karten verkauft - deutlich weniger als in den ersten beiden Jahren, als jeweils über 20.000 Fans kamen.

DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg bleibt gelassen: "Selbst 15.000 Zuschauer sind etwas Besonderes für Vereinsmannschaften - so etwas ist ja in der Frauen-Bundesliga, wo durchschnittlich 1000 Zuschauer pro Spiel kommen, nicht alltäglich."

Der Pokaltriumph wird neben der 60 Zentimeter hohen und elf Kilogramm schweren Silbertrophäe, die Ratzeburg übergeben wird, zusätzlich zu den 40.000 Euro für beide Finalisten mit einer Siegprämie in Höhe von 20.000 Euro versüßt.

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