ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Finals © getty

Marko Marin gewinnt mit Sevilla die Europa League - und verlängert die Leiden Lissabons. Benficas Coach hadert mit dem Schicksal.

München/Turin - Nachdem ihm der Fluch des Bela Guttmann in die Beine gefahren war, drehte Oscar Cardozo wie entgeistert ab.

Der Fehlschuss des Stürmers von Benfica Lissabon hatte die 2:4-Niederlage im Elfmeterschießen des Europa-League-Finals gegen den FC Sevilla eingeleitet (Bericht).

Was folgte, war ein für Benfica im Europapokal gewohnt tränenreicher Abend ( 891456 DIASHOW: Die Bilder des Finals ).

Während die deutschen Ex-Nationalspieler Marko Marin und Piotr Trochowski ausgelassen den Pokal in die Höhe stemmten, standen die Portugiesen fassungslos mit leeren Händen da.

Mal wieder.

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Achte Final-Niederlage in Folge

Auch im achten Anlauf schaffte es Benfica Lissabon nicht, ein Europapokalfinale zu gewinnen - und die Durststrecke ist womöglich noch lange nicht ausgestanden.

Bewahrheitet sich die unheilvolle Prophezeiung des ungarischen Trainers Bela Guttmann, werden die Fans des mitgliederstärksten Klubs der Welt (235.000 Angehörige) auch in den kommenden 48 Jahren ihre Tränen mit den Vereinsschals trocknen müssen.

"In den nächsten 100 Jahren wird Benfica nie wieder einen Europacup gewinnen", sagte Guttmann einst nach der Trennung im Streit über eine Gehaltserhöhung.

1961 und 1962 hatte er Benfica zum Europapokalsieger der Landesmeister gemacht.

Eusebio-Entdecker behält Recht

Bis jetzt behielt der 1981 verstorbene Trainer und Entdecker der portugiesischen Ikone Eusebio Recht.

Der Rekordmeister verlor fünf Landesmeister-Endspiele (1963, 1965, 1968, 1988, 1990). Dazu kamen die Final-Pleiten im UEFA-Cup 1983 und im vergangenen Jahr in der Europa League.

Am Mittwoch spukte es erneut.

"Der Fluch setzt sich fort", titelte die portugiesische Zeitung "A Bola".

Triple-Gewinn noch möglich

"Es war ein weiteres Finale für uns. Die Moral der Geschichte ist, dass sich niemand an die Verlierer erinnert. Nur an die Gewinner", sagte Lissabons Trainer Jorge Jesus, nach dessen Ermessen das "bessere Team" nicht gewann.

Der 59-Jährige hat mit Benfica aber immerhin noch die Chance, sich mit dem Triple zu trösten.

Nach der Meisterschaft und dem Sieg im Ligacup können sich die Adler im Endspiel des Pokals gegen Rio Ave am Samstag den dritten Titel der Saison sichern.

Marin ein- und wieder ausgewechselt

Seinen zweiten Europa-League-Titel innerhalb von zwei Jahren gewann Marko Marin, der für Benfica seinerseits zu einem zweiten Fluch geworden ist.

Im Vorjahr triumphierte der 25-Jährige mit dem FC Chelsea gegen Lissabon, nun legte der Ex-Bundesliga-Profi nach und kam im Finale zu einem Kurzeinsatz (DATENCENTER: Europa League).

Marin wurde nach 78 Minuten eingewechselt, musste seinen Platz aber nach nur 26 Minuten Einsatzzeit wieder räumen.

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Sevilla-Keeper Beto wird zum Helden

Geradezu leidenschaftlich fiel der Jubel beim FC Sevilla aus.

Während der Siegerehrung bekam der Ex-Schalker Ivan Rakitic von seinem Teamkollegen Daniel Carrico einen dicken Knutscher auf den Mund.

Der portugiesische Torhüter Beto beließ es bei einem Kuss auf den Pokal.

Mit zwei gehaltenen Elfmetern war der 32-Jährige zum Helden des Abends geworden.

Womöglich hatte auch Bela Guttmann seine Hand im Spiel.

Die vergangenen Final-Pleiten von Benfica

Europapokal der Landesmeister:

1963: AC Mailand - Benfica Lissabon 2:11965: Inter Mailand - Benfica Lissabon 1:01968: Benfica Lissabon - Manchester United 1:4 n.V.1988: PSV Eindhoven - Benfica Lissabon 6:5 n.E.1990: AC Mailand - Benfica Lissabon 1:0

UEFA-Cup:

1983 (Hin- und Rückspiel): RSC Anderlecht - Benfica Lissabon 1:0Benfica Lissabon - RSC Anderlecht 1:1

Europa League (Nachfolge-Wettbewerb des UEFA-Cups):

2013: Benfica Lissabon - FC Chelsea 1:22014: FC Sevilla - Benfica Lissabon 4:2 n.E.

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