Wer kommt ins Finale? (v.l.) Juves Andrea Pirlo und Arturo Vidal oder Sevillas Marko Marin und Piotr Trochowski? © getty

Juve muss auf dem Weg ins Heim-Finale einen Rückstand umbiegen. Sevilla mit Marin und Trochowski reist als Favorit nach Valencia.

München - Der 30. Scudetto ist so gut wie perfekt, jetzt zählt nur noch das "finale a casa":

18 Jahre nach dem letzten Europacup-Sieg träumen die Tifosi von Juventus Turin schon vom großen Triumph im eigenen Stadion.

Doch der italienische Rekordchampion steht im Halbfinale der Europa League (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) mächtig unter Druck.

Das Team von Trainer Antonio Conte muss einen 1:2-Rückstand gegen Portugals Meister Benfica Lissabon umbiegen, um das erste europäische Endspiel in Turin am 14. Mai nicht zu verpassen. (DATENCENTER: Europa League)

Juve in der Liga eine Klasse für sich

"Wir müssen diesen Weg weitergehen, mit demselben Hunger und derselben Entschiedenheit", sagt Conte, nachdem er am Sonntag beim 3:1 bei Aufsteiger Sassuolo den wohl entscheidenden Schritt zur italienischen Meisterschaft bejubelt hatte.

Zweifel hegt er nicht. "Nicht nur Charakter, dieses Juve hat einfach alles", sagt der Ex-Nationalspieler.

In der Liga hat seine Mannschaft eine überragende Bilanz von 93 Punkten aus 35 Spielen vorzuweisen, zwei Zähler fehlen noch zum sicheren Titelgewinn.

Nun soll der Charismatiker die Formel für den ersten großen Titel auf internationalem Terrain seit dem Triumph im Europacup der Landesmeister 1996 entwickeln.

Gute Erinnerungen an Benfica

Die Juve-Fans haben beste Erinnerungen an Benfica.

1993 trafen die beiden Teams schon einmal im Viertelfinale des Uefa-Cups - dem Vorgänger der heutigen Europa League - aufeinander.

Auch damals verlor Turin das Hinspiel in Lissabon mit 1:2. Zu Hause siegten die Italiener dann mit 3:0.

Damals stand Conte noch als Spieler auf dem Platz. Wenige Wochen später schnappte Juve sich den Pott. (SHOP: Jetzt Fanartikel von Juventus kaufen)

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Juve-Stars winkt Millionen-Prämie

In den italienischen Medien wird Conte zurzeit gefeiert wie kein Zweiter.

"Ich glaube nicht, dass ich der beste Trainer der Welt bin. Ich bin ein Trainer, der sich weiterentwickelt und der sich gut gemacht hat", sagt der 44-Jährige.

Er gibt das Lob artig weiter: "Würden die Spieler und der Klub nicht absolutes Vertrauen in dich setzen, wäre es ein anderes Spiel. Also schulde ich ihnen meine Dankbarkeit."

Die Klubführung lässt sich den Erfolg einiges kosten.

So haben die Juve-Bosse für das Double aus Meisterschaft und Europacup-Sieg eine Prämie von zehn Millionen Euro ausgelobt - eine zusätzliche Motivationsspritze für die alternden Superstars Andrea Pirlo und Gianluigi Buffon.

Marin womöglich in der Startelf?

Im zweiten Halbfinale (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) kämpft der FC Sevilla um den Einzug ins Endspiel - und mit ihm zwei ehemalige deutsche Nationalspieler.

Der frühere Hamburger Piotr Trochowski bringt es in der laufenden Europa-League-Saison zwar erst auf fünf Einsätze und saß auch beim 2:0-Erfolg der Andalusier im Hinspiel gegen den FC Valencia 90 Minuten lang auf der Bank.

Dafür ist aber der Ex-Bremer Marko Marin nach seinem durchaus brauchbaren Auftritt als Joker in der Vorwoche diesmal eine Option für die Startelf.

Ex-Schalker Rakitic selbstbewusst

So oder so: Sevillas Mittelfeldspieler Ivan Rakitic strotzt vor dem Rückspiel in Valencia vor Selbstvertrauen.

"Das ist eine sehr besondere Zeit, und wir wollen weiter", sagt der ehemalige Schalker - und fügt hinzu: "Wir glauben, dass unsere Reise noch nicht vorbei ist."

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