Kerk (l.) spielt seit 2008 beim SC Freiburg © getty

Enttäuschung bei Freiburg, Erleichterung bei Frankfurt: Die Wege der beiden Sorgenkinder haben sich in der Europa League getrennt.

München - Mit einer Träne im Knopfloch verabschiedete sich der SC Freiburg von der Europa League - auf Eintracht Frankfurt indes wartet nun ein weiteres Kapitel auf internationaler Bühne: Die beiden Bundesliga-Sorgenkinder haben die Gruppenphase mit emotionalen Erlebnissen beendet.

"Direkt nach einer Niederlage gibt es kein lachendes Auge. Da weinen beide Augen", sagte Freiburgs Trainer Christian Streich nach dem unnötigen 0:2 (0:1) im "Endspiel" gegen den FC Sevilla (DATENCENTER: Europa League Gruppe H).

Der Klassenerhalt in der Bundesliga hat für die Breisgauer nun oberste Priorität. "Wir werden schon am Sonntag in Schalke alles geben, um unser ganz großes Saisonziel zu erreichen", sagte Streich.

Reservisten überzeugen

Für die Eintracht indes geht das Europapokal-Abenteuer mit der K. o.-Phase am 20./27. Februar 2014 weiter.

Beim fast unbedeutenden 2:0 (0:0) der seit zwei Wochen als Gruppensieger feststehenden Hessen gegen APOEL Nikosia überzeugten vor allem die Stephan Schröck und Jan Rosenthal (DATENCENTER: Europa League Gruppe F).

Trainer Armin Veh hatte Rotations-Roulette gespielt und gleich acht Reservisten eine Chance gegeben. "Wir alle haben unseren Teil dazu beigetragen, dass wir mit breiterer Brust ins nächste Spiel gehen können", sagte Schröck, der den Führungstreffer per Kopf (67. ) erzielt hatte.

Am Sonntag nun wartet im Auswärtsspiel beim Bundesliga-Tabellenzweiten Bayer Leverkusen eine weitaus höhere Hürde.

"Bin stolz auf diese Mannschaft"

Streich indes zeigte sich kurz nach dem Abschied von der internationalen Bühne schon wieder gefasst. "Es wird weggesteckt, wir geben nicht auf", betonte der 48-Jährige.

Zumindest ist der Tabellen-16. der Bundesliga nach dem Aus im DFB-Pokal und in der Europa League die ungewohnte Dreifach-Belastung los, die den Profis so zugesetzt hatte.

"Das war eine neue Erfahrung, und ich bin unglaublich stolz auf diese Mannschaft", sagte SC-Präsident Fritz Keller: "Und so traurig es ist: Aber immerhin können wir uns nun vollkommen auf die Bundesliga konzentrieren."

Freiburg fehlt Durchschlagskraft

Trotz aller "Freude" über den K.o. bedarf es selbst national einer deutlichen Steigerung, um endlich wieder jubeln zu dürfen. Gegen die keinesfalls übermächtigen Spanier hätte ein Sieg gereicht, um erstmals in der Vereinsgeschichte im internationalen Geschäft zu überwintern.

Den Freiburgern fehlte es allerdings an Durchschlagskraft - auf der anderen Seite besiegelten Vicente Iborra (39.) und Raul Rusescu (90.+4) mit ihren Treffern das Schicksal der Breisgauer. ( 820349 DIASHOW: Die Bilder des 6. Spieltags )

Russ fordert mehr Aufwand

In Frankfurt nahm Ersatzkapitän Marco Russ seine Kollegen in die Pflicht.

"In der Europa League waren wir in unserer Gruppe mit fünf Siegen in sechs Spielen übermächtig. In der Bundesliga dagegen bekommen wir von jedem auf die Mütze", sagte Russ angesichts von bislang nur 11 Punkten aus 15 Ligaspielen: "Da müssen wir mehr Aufwand betreiben, um Punkte zu holen."

Neben Schröck empfahlen sich Rosenthal sowie mit Abstrichen Außenverteidiger Constant Djakpa für einen Einsatz in Leverkusen. Dem Ivorer gelang ein Freistoßtreffer aus 20 Metern (77.). "Es zeigt, dass diese Spieler dicht an den Stammspielern dran sind", sagte Russ: "Das alles sollte uns Aufschwung geben."

Eintracht zittert vor UEFA-Entscheidung

Doch vor der Europa-League-Auslosung am Montag in Nyon zeichneten sich dicke Sorgenfalten auf der Stirn von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen ab. Mit Unbehagen warteten die Frankfurter Funktionäre am Freitag auf ein Fax von der UEFA.

Die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union wollte bis zum Nachmittag ihre Entscheidung über das Strafmaß nach den Ausschreitungen der Eintracht-Anhänger rund um das Europa-League-Gruppenspiel bei Girondins Bordeaux (1:0) bekannt geben.

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