Alex Meier erzielte in den letzten beiden Jahren 33 Tore für Eintracht Frankfurt © imago

Frankfurt feiert den Durchmarsch der Eintracht, Meier spielt die Spaßbremse. Trainer Veh fordert Konstanz über 90 Minuten.

Frankfurt - Fans, Spieler, Vorstandsboss - alle Frankfurter frohlockten nach einer weiteren famosen Europa-League-Nacht in der Commerzbank-Arena.

Fast alle. Nur Alexander Meier nicht.

Der Leistungsträger wurde in den Katakomben sogar ein wenig zur Spaßbremse und erinnerte kurz nach der Euro-Kür schon wieder an die Bundesliga-Pflicht.

"Wir brauchen dort endlich einmal wieder einen Dreier, damit wir Abstand nach unten bekommen. Die Liga ist wichtiger. Mir wäre es lieber, wenn es dort klappt", sagte der Torschütze nach dem 2:0 (1:0) gegen den israelischen Meister Maccabi Tel Aviv (Spielbericht)

Der ansonsten ebenfalls eher bescheidene Heribert Bruchhagen indes tauchte für ein paar Minuten in die allgemeine Euro-Euphorie ein (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Demonstration der Fußball-Freude

Drei Siege in drei Gruppenspielen haben den Eintracht-Boss überzeugt.

"Es wäre vermessen gewesen, das vorher zu erwarten. Aber jetzt können wir davon ausgehen, dass wir dem ausgegebenen Ziel ganz nah sind", sagte Bruchhagen und sprach von einer "Demonstration der Fußball-Freude".

Einen einzigen Punkt müssen die Frankfurter in den ausstehenden drei Gruppenspielen noch holen, um endgültig in die K.o.-Phase der besten 32 Teams einzuziehen. Die erste Chance bietet sich am 7. November - diesmal in Tel Aviv.

Dürftiger Bundesligastart

Bis dahin allerdings soll der dürftige Start in der Bundesliga mit nur zehn Punkten aus neun Spielen ausgemerzt werden. Bereits am Sonntag tritt die Eintracht bei Borussia Mönchengladbach an (ab 17.15 Uhr bei SPORT1.fm und im LIVE-TICKER).

Und sie möchte dort auch endlich einmal ihr Europa-League-Gesicht zeigen.

Will heißen: Dr. Jekyll statt Mr. Hyde im Borussia-Park. Beim Erklärungsversuch, warum es auf nationalem Parkett viel weniger erfolgreich läuft als international, stoßen die Frankfurter an Grenzen.

Trainer Veh fordert Konstanz

"In der Bundesliga setzen wir auch das um, was wir uns vornehmen. Da ziehen wir permanent unser Spiel durch. Aber eben nicht über 90 Minuten", sagte Eintracht-Trainer Armin Veh. In den vergangenen drei Punktspielen mussten die Hessen jeweils in der 86. Minute den Ausgleich hinnehmen.

Auch für Alexander Meier ist der Liga-Alltag etwas ganz anderes.

"Da tun wir uns schwerer. Das müssen wir abstellen", meinte der erfolgreichste Frankfurter Torjäger der beiden vergangenen Spielzeiten (insgesamt 33 Treffer).

Meier mit ansteigender Formkurve

Auf ihm liegen die Hoffnungen, wenn es für den derzeitigen Tabellen-Zwölften darum geht, in der Bundesliga Boden gutzumachen.

Meier jedenfalls zeigte im zweiten Spiel nach seiner Verletzungspause wegen eines Muskelfaserrisses ansteigende Form.

Er erzielte das 2:0 (53.), nachdem er das sechste Saisontor von Stürmer Vaclav Kadlec (13.) mit einem Kopfball an den Pfosten vorbereitet hatte.

12.000 Anhänger in Bordeaux

"Man merkt Alex an, dass er eine lange Pause hatte. Er ist noch nicht wieder der Alte. Aber sein Kopfballtor war überragend gemacht", meinte Bruchhagen.

Ein Großteil der 40.800 Zuschauer in der Arena feierte Meier bei dessen Auswechslung (78. Minute) frenetisch.

Diese Fans sind es auch, die Bruchhagen Freude bereiten. Mit tollen Choreographien entfachen sie in den Europacup-Nächten eine ganz besondere Atmosphäre.

Der Euro-Bazillus jedenfalls hat die Mainmetropole erfasst.

Rund 12.000 Anhänger wollen mit der Eintracht zum Auswärtsspiel bei Girondins Bordeaux (28. November) reisen. "Das ist ja nicht normal", sagte Coach Veh. "Es zeigt, was möglich ist in Frankfurt und welches Potenzial die Eintracht hat."

Weiterlesen