Tranquillo Barnetta (l.) wechselte im Sommer von Schalke nach Frankfurt © getty

Eintracht will auf Zypern einen Schritt in Richtung K.o.-Phase machen. Trainer Veh warnt, ein ehemaliger Frankfurter lobt.

Frankfurt/Nikosia - Strahlender Sonnenschein, knapp 30 Grad Celsius, tiefblaues Mittelmeer: Für Eintracht Frankfurt scheint auf Zypern alles für einen weiteren europäischen Festtag angerichtet.

Doch mit Blick auf das zweite Gruppenspiel in der Europa League bei Apoel Nikosia (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) mahnt vor allen Dingen Neuzugang Tranquillo Barnetta vor allzu viel Euro-Euphorie.

Veh will von Favoritenrolle nichts wissen

"Wenn wir nur die internationalen Spiele als Highlight ansehen, dann bekommen wir Probleme, uns auf die Bundesliga zu konzentrieren", sagte der Schweizer Mittelfeldspieler, mit dem die Frankfurter kein Spiel (drei Siege, zwei Unentschieden) verloren haben.

Trainer Armin Veh warnte indes eindringlich davor, den Gegner zu unterschätzen. "Die Favoritenrolle liegt nicht bei uns. Apoel hat in den vergangenen Jahren schon in der Champions League gespielt. Ich habe das Spiel gegen Tel Aviv gesehen, da war Apoel die reifere Mannschaft", sagte der Coach bei der Pressekonferenz.

Bei Maccabi hatten Nikosia ein 0:0 erkämpft.

Begeisterung und Vorfreude

Barnetta weiß als ehemaliger Leverkusener um die Tücken einer Mehrfach-Belastung. Am Donnerstag bestreiten die mit acht Punkten aus sieben Partien nur mäßig in die Bundesliga gestarteten Hessen ihr fünftes Spiel in den vergangenen zwei Wochen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch das Abenteuer Europapokal nach siebenjähriger Abstinenz sorgt immer noch für leuchtende Augen bei den Eintracht-Profis. "Die Begeisterung und die Vorfreude der Mannschaft ist wirklich spürbar", betonte Außenverteidiger Bastian Oczipka.

Amanatidis lobt Entwicklung

Wohlwissend, dass der Tabellen-13. der Bundesliga nach dem 3:0 zum Auftakt gegen Girondins Bordeaux nun mit einem Erfolg auf Zypern einen vorentscheidenden Schritt Richtung K.o.-Runde machen könnte.

Dass dies reine Formsache sein wird, davon ist ein ehemaliger Frankfurter überzeugt.

"Qualitativ ist die Eintracht klar besser, und wenn sie ihre Leistung bringen können, werden sie als klarer Sieger vom Platz gehen. Ich tippe auf ein 2:1", sagte der frühere Eintracht-Kapitän Ioannis Amanatidis im "HR". Der Grieche hält viel vom Status quo der Hessen: "Die ganze Entwicklung strahlt Zuversicht aus."

Barnetta hofft auf frühe Tore

Dementsprechend selbstbewusst nehmen die Frankfurter, unterstützt von etwa 2000 Anhängern, die Aufgabe beim zypriotischen Rekordmeister Apoel Nikosia (22 Meistertitel, 19 Pokalerfolge) in Angriff.

"Es liegt an uns, zwei frühe Tore zu erzielen, um den Bann zu brechen", sagte der 28-jährige Barnetta, den Sportdirektor Bruno Hübner ausdrücklich lobte: "Seine Verpflichtung war ein ganz wichtiger Transfer."

Training hinter verschlossenen Türen

Vor allen Dingen angesichts des Ausfalls von Torgarant Alexander Meier (Oberschenkelverletzung), der in Nikosia wie auch Kapitän Pirmin Schwegler (Innenbandriss) weiterhin fehlen wird.

Zuletzt forcierte Veh mit Training hinter verschlossenen Türen die Besinnung auf das Wesentliche.

Damit die Vorbereitung auf das nächste Bundesligaspiel am Sonntag beim SC Freiburg nicht leidet, fliegt der Eintracht-Tross bereits in der Nacht zum Freitag um 3.10 Uhr zurück in die Mainmetropole.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Nikosia: Urko - Mario Sergio, Joao Guilherme, Borda, Helder Cabral - Nuno Morais, Marcelo Oliveira, Vinicius - Charalambidis, Aloneftis - Goncalves.

Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Russ - Rode, Flum, Barnetta - Aigner, Kadlec.

Schiedsrichter: Alexandru Dan Tudor (Rumänien)

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