Das Finale der Europa League findet am 14. Mai 2014 in Turin statt © getty

Die Breisgauer bekommen es in der Gruppenphase der Europa League mit zwei Ex-Nationalspielern zu tun. Frankfurt hat lösbare Aufgaben.

Monte Carlo - Eintracht Frankfurts Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen huschte ein Lächeln über das Gesicht. Freiburgs Präsident Fritz Keller freute sich vor allem für die Fans seines Vereins.

Das deutsche Europa-League-Duo geht im Herbst auf attraktive Reisen in Richtung Mittelmeer und Atlantikküste und bekommt es dabei mit reizvollen, sportlich aber bezwingbaren Kontrahenten zu tun.

Girondins Bordeaux, Apoel Nikosia und Maccabi Tel Aviv lauten nach der Auslosung am Freitag in Monaco Frankfurts Gegner in der Gruppenphase des Europacups, die am 19. September beginnt. (DATENCENTER: Europa League)

Der SC Freiburg trifft auf GD Estoril, Slovan Liberec und den FC Sevilla mit den deutschen Ex-Nationalspielern Marko Marin und Piotr Trochowski.

Finale am 14. Mai in Turin

An das Finale am 14. Mai in Turin denkt noch niemand bei dem Bundesliga-Duo.

Die Europareise ist für Frankfurter und Freiburger zunächst einmal nur ein extra süßer Bonbon.

"Nach dem beschwerlichen Trip nach Aserbaidschan in den Playoffs haben wir jetzt keine Abenteuerreise. Die Freude ist bei uns natürlich groß", sagte Bruchhagen: "Unsere Fans mussten lange auf solche Spiele warten."

"Können Wörtchen mitreden"

Auch in Freiburg denkt man an die eigenen Anhänger, aber auch an die sportliche Aufgabe.

"Das sind große Namen, vor denen wir Ehrfurcht haben. Sevilla und Liberec haben Europacup-Erfahrung, die uns fehlt", sagte Keller: "Es ist eine sportliche Herausforderung, aber wir können wohl ein Wörtchen mitreden."

Trainer Christian Streich nahm die Auslosung locker - während die Zeremonie im Grimaldi Forum von Monaco lief, schrieb er daheim am Trainingsgelände Autogramme.

"Ich weiß noch zu wenig über die Gegner, um sie sportlich einschätzen zu können. Von den kleinen Namen Liberec und Praia lasse ich mich nicht ablenken", sagte der Coach. Die Europa League ist für Freiburg ein Event: "Die Spieler sind total glücklich, dass sie dabei sein dürfen. Ich als Spieler hätte auch jubiliert", sagte Streich.

"Werden kein Urlaubsreisen"

Besonders gute Aussichten auf die K.o.-Phase hat die Eintracht, sieben Jahre nach dem letzten Auftritt in Europa.

Frankreichs Pokalsieger Bordeaux dürfte der schwierigste Gegner sein.

Nikosia rutschte nur als Lucky Loser in die Gruppenphase. Tel Aviv sollte für den Bundesliga-Sechsten der Vorsaison schlagbar sein.

Bruchhagen übte sich aber in Understatement. "Es ist eine ausgeglichene Gruppe, ich sehe keinen Favoriten. Urlaubsreisen werden es sicher nicht."

Löw fordert Erfolge

Von Frankfurt und Freiburg erwartet der gesamte deutsche Fußball viel.

Auch Bundestrainer Joachim Löw hatte kürzlich mehr Erfolge im kleinen Europacup angemahnt, um den internationalen Aufschwung auch in diesem Wettbewerb endlich zu untermauern. "Wir wissen, dass wir die Fahne der Bundesliga hochhalten müssen", sagte Keller.

In der Vorsaison war das deutsche Quartett kollektiv in Zwischenrunde und Achtelfinale gescheitert.

Am weitesten war noch der VfB Stuttgart gekommen, doch die Schwaben erlebten nun in den Playoffs mit dem Aus gegen Rijeka ihr Desaster und waren in Monaco schon nicht mehr dabei.

VfB: Hintertür bleibt geschlossen

Auch das letzte Fünkchen Hoffnung auf Europareisen erlosch, als am Freitagvormittag der jetzige Eintracht-Gegner Nikosia den vakanten Platz des suspendierten Teams von Fenerbahce Istanbul zugelost bekam.

Die Behelfs-Zeremonie der UEFA in einem Hotel-Konferenzraum war Ausdruck und vorläufiger Abschluss hektischer Wochen für den Kontinentalverband.

"Das war ein harter Sommer. Die Mitarbeiter unserer Rechtsabteilung haben nicht viel Zeit am Strand verbracht", versuchte UEFA-Boss Michel Platini die Lage humorvoll zu beschreiben.

Gomez und Klose als Favoriten

Die Klubs der beiden deutschen Nationalspieler Mario Gomez und Miroslav Klose waren von diesen juristischen Scharmützeln nicht betroffen und starten asl Favoriten in ihre Gruppen.

Der ehemalige Münchener Gomez muss mit dem AC Florenz in seiner ersten Europa-League-Saison gegen Dnjepr Dnjepropetrowski aus der Ukraine, Pacos Ferreira aus Portugal und Pandurii Targu Jiu aus Rumänien antreten.

Klose trifft mit Lazio Rom auf Trabzonspor, Legia Warschau und Apollon Limassol aus Zypern.

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