Neu-Trainer Schneider will Stuttgart gegen Rijeka mit neuer Philosophie nach Europa führen. Es könnte Überraschungen geben.

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Von Christian Stüwe

München - William Kvist muss die Situation fast schon ungewohnt vorgekommen sein.

Der neue VfB-Trainer Thomas Schneider nahm sich den Dänen während des Trainings zur Seite und führte ein Vier-Augen-Gespräch mit dem defensiven Mittelfeldmann.

Während der am Montag entlassene Bruno Labbadia Kvist zuletzt ignorierte, könnte der 28 Jahre alte Nationalspieler unter Schneider sein Comeback im Stuttgarter Mittelfeld geben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vielleicht sogar schon im enorm wichtigen Rückspiel gegen HNK Rijeka (ab 17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

Ein Sieg muss her

Alles ist neu und frisch beim VfB Stuttgart , doch über allem schwebt bedrohlich das Endspiel um die Europa League.

Nach der 1:2-Niederlage letzte Woche in Kroatien braucht der VfB einen Sieg, um doch noch in die Gruppenphase zu kommen.

Und der 40 Jahre alte Ex-Profi Schneider braucht den Erfolg, um nicht den denkbar ungünstigsten Start in seine erst wenige Tage alte Karriere als Cheftrainer der Profis hinzulegen.

Schneider voller Optimismus

Gerade einmal zwei volle Tage hatte Schneider, um mit der Mannschaft zu arbeiten. Das Stuttgarter Urgestein trägt keine Verantwortung für die denkbar ungünstige Aussgangslage.

Dennoch würde ein Aus in Europa wohl schon einen guten Teil des anfänglichen Zaubers hinwegpusten.

Mit einer Niederlage will sich Schneider jedoch erst gar nicht auseinandersetzen.

"Damit habe ich mich nicht beschäftigt. Ich gehe davon aus, dass wir weiterkommen", sagte der Labbadia-Nachfolger und versuchte auf der abschließenden Pressekonferenz mit jedem einzelnen Wort Optimismus und Aufbruchstimmung zu verbreiten.

Aufbruchstimmung statt mahnender Worte

Genau dies gelang Bruno Labbadia in den letzten Monaten nicht - was einen gehörigen Anteil zu seiner Demission beigetragen haben dürfte.

Fans unf Klubumfeld waren des mahnenden Labbadias überdrüssig.

Schneider versucht nun, neue Impulse zu setzen und ist dafür bereit, die Mannschaft trotz der gebotenen Eile umzukrempeln.

Schneider hofft auf englische Atmosphäre

Offensiv, schnell und mit kurzen Pässen soll der VfB spielen, schon gegen Rijeka hofft Schneider auf eine Atmosphäre "wie in England".

Inwiefern dass bei den erwarteten 25.000 Zuschauern möglich ist, muss sich erst noch zeigen.

Die Stuttgarter Spieler scheinen aber jedenfalls hinter den Ideen des neuen Trainers zu stehen.

Konkurrenzkampf neu entfacht

"In den vergangenen Wochen fehlte die Sicherheit, wir waren verkrampft", erklärte Christian Gentner. Nun profitiere die ganze Mannschaft durch den neu entfachten Konkurrenzkampf.

"Die Spieler, die bislang ein wenig außen vor waren, haben nun eine neue Chance", sagte Gentner: "Sie versprühen wieder eine andere Stimmung und das wirkt sich positiv auf das Team aus."

Diesen Effekt gelte es nun in die Partie gegen Rijeka mitzunehmen, forderte der Vizekapitän.

"Natürlich ist der Druck da", räumte Trainer Schneider ein: "Aber es wird eine Mannschaft auftreten, bei der es keine Zweifel gibt, dass sie in die Gruppenphase einziehen will."

Schneider setzt auf die Jugend

Wie diese Elf aussehen wird, wollte der Trainer nicht verraten.

Langfristig sind die Ziele Schneiders aber klar. Der Meister von 1992, der bislang die U 17 betreute, soll junge Talente in die Profimannschaft einbauen und so die Identifikation wieder erhöhen.

"Ich habe mir auf die Fahne geschrieben, dass unsere Jungs ein besseres Standing bekommen als das zuletzt der Fall war", verriet Schneider.

Vielleicht zaubert Schneider ja schon im Endspiel gegen Rijeka eine Überraschung aus dem Hut.

"Wenn wir das Gefühl haben, dass jemand uns weiterhilft, wird er auch spielen", sagte er bei seiner Vorstellung.

Es ist also nicht nur William Kvist, der sich vor dem richtungweisenden Spiel gegen die Kroaten neue Hoffnung machen darf.

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